Vorhofflimmer-Zentrum

Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung. Dabei gerät die elektrische Erregung der Herzvorhöfe aus dem Takt, sodass das Herz unregelmäßig und häufig auch zu schnell schlägt. Für die Betroffenen kann dies mit deutlichen Beschwerden und einer spürbaren Einschränkung der Lebensqualität verbunden sein.

In manchen Fällen können Medikamente den Herzrhythmus beeinflussen und die Beschwerden lindern. Allerdings reicht eine medikamentöse Therapie nicht bei allen Menschen aus. Wenn die Lebensqualität durch das Vorhofflimmern erheblich beeinträchtigt ist oder die Beschwerden trotz Medikamenten weiter bestehen, kommt häufig eine interventionelle Behandlung in Betracht.

 

Bei diesem minimalinvasiven Eingriff führen die behandelnden Ärztinnen und Ärzte einen dünnen, biegsamen Katheter über die Leiste bis zum Herzen. Dort lassen sich die Bereiche, die an der Entstehung und Aufrechterhaltung des Vorhofflimmerns beteiligt sind, gezielt behandeln. In Studien hat sich herausgestellt, dass eine frühzeitige Katheter-Ablation besonders erfolgreich ist und ein Fortschreiten der Herzrhythmusstörungen verhindern kann.

 

Bei vielen Formen des Vorhofflimmerns gehen die auslösenden elektrischen Impulse von den Lungenvenen aus. Deshalb bildet die sogenannte Pulmonalvenenisolation, kurz PVI, einen wesentlichen Bestandteil der Katheterablation.

Dabei behandeln wir den Übergangsbereich zwischen den Lungenvenen und dem linken Vorhof so, dass die störenden elektrischen Signale nicht mehr ungehindert in den Vorhof weitergeleitet werden können. Ziel ist es, die Rhythmusstörung langfristig zu kontrollieren und die Beschwerden zu reduzieren.

 

Am St.-Antonius-Hospital stehen verschiedene etablierte Ablationstechniken zur Verfügung. Dazu gehört die Hochfrequenzablation, bei der das Gewebe punktuell erhitzt wird. Auch die Kryoablation, bei der wir Kälte zur Behandlung des Gewebes nutzen, kommt zum Einsatz.

Darüber hinaus führen wir die moderne Pulsed-Field-Ablation als Standardverfahren durch. Bei diesem Verfahren behandeln kurze elektrische Impulse das für die Rhythmusstörung relevante Herzgewebe. Die Methode erweitert damit die Möglichkeiten einer gezielten und besonders gewebeschonenden Ablation.

Welche Technik wir verwenden, hängt von der individuellen Situation ab. Anatomie, Form des Vorhofflimmerns, Begleiterkrankungen und weitere medizinische Faktoren spielen dabei eine Rolle. Entscheidend ist, welches Verfahren für die einzelne Patientin oder den einzelnen Patienten medizinisch sinnvoll ist.

 

Bei elektrophysiologischen Eingriffen kommt es auf Genauigkeit an. Deshalb nutzen wir elektroanatomische Mapping-Systeme, mit denen sich die Anatomie des Herzens und seine elektrische Aktivität detailliert darstellen lassen.

Das ist insbesondere dann wichtig, wenn ein erneuter Eingriff erforderlich wird. In solchen Fällen können wir mithilfe des Mappings bereits behandelte Bereiche überprüfen und mögliche erneute elektrische Verbindungen gezielt erkennen.
So lässt sich die Behandlung möglichst präzise planen und durchführen.

 

Eine Kardioversion ist ein medizinisches Verfahren, um Vorhofflimmern wieder in einem normalen, regelmäßigen Herzrhythmus zurückzuführen. Durch einen gezielten elektrischen Stromstoß von außen in Kurznarkose oder ein spezielles Rhythmusmedikament wird das Herz in den normalen Takt (Sinusrhythmus) überführt. Der häufig ambulant durchführbare Eingriff bietet keine langfristige Stabilisierung des Herzrhythmus, sondern wird eingesetzt um Vorhofflimmern akut zu unterbrechen. Die Gefahr eines Wiederauftretens der Herzrhythmusstörungen nach einiger Zeit ist dabei hoch.

 

Die Behandlung von Vorhofflimmern endet nicht mit der Ablation. Eine sorgfältige Vorbereitung und eine strukturierte Nachsorge gehören für uns selbstverständlich dazu.

Nach dem Eingriff kontrollieren wir den weiteren Verlauf und prüfen gemeinsam mit ihrem Hausarzt bzw. Ihrer Hausärztin und ihrem Kardiologen / Ihrer Kardiologin, wie sich Beschwerden und Herzrhythmus entwickeln. Auch die medikamentöse Behandlung kann im weiteren Verlauf angepasst werden.

Unser Anspruch ist dabei eine Versorgung aus einem Guss: Wir verbinden moderne elektrophysiologische Verfahren mit einer umfassenden Diagnostik, individueller Beratung und langfristiger Betreuung. Denn tatsächlich entscheidet nicht allein der Eingriff über die Qualität einer Behandlung. Ebenso wichtig sind die Menschen dahinter, die Erfahrung des Teams und eine Versorgung, bei der die Patientin oder der Patient nicht aus dem Blick gerät.