Interdisziplinäre Intensivstation

Mehr Menschlichkeit auf der Intensivstation: St.-Antonius-Hospital Eschweiler ausgezeichnet

Gute Medizin braucht Nähe – und genau die rückt auf der Intensivstation des St.-Antonius-Hospitals Eschweiler bewusst in den Mittelpunkt. Für ihr langjähriges Engagement in der Einbindung von Angehörigen ist die interdisziplinäre Intensivstation nun als „Angehörigenfreundliche Intensivstation – Bezugspersonen jederzeit willkommen“ zertifiziert worden.

Vertraute Stimmen, Berührungen und das Gefühl, nicht allein zu sein – gerade für schwerkranke Menschen auf der Intensivstation sind diese Faktoren von großer Bedeutung. Moderne Intensivmedizin beschränkt sich deshalb längst nicht mehr auf technische und medizinische Versorgung, sondern versteht auch Angehörige als wichtigen Teil des Genesungsprozesses.

Dass dieser Ansatz im St.-Antonius-Hospital Eschweiler konsequent gelebt wird, bestätigt nun die Auszeichnung durch die Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. (DGF). Die Zertifizierung würdigt Einrichtungen, die Angehörige aktiv in die Versorgung einbeziehen und ihnen eine zentrale Rolle im Behandlungskonzept einräumen.

Grundlage dafür sind klare Rechte von Intensivpatientinnen und -patienten: Sie sollen umfassend informiert und – soweit möglich – in Entscheidungen einbezogen werden. Ist dies nicht möglich, übernimmt eine Vertrauensperson diese Rolle. Ebenso haben Patientinnen und Patienten das Recht, wichtige Bezugspersonen an ihrer Seite zu wissen und deren Unterstützung jederzeit in Anspruch zu nehmen. Gleichzeitig gehört es zu einer respektvollen und professionellen Versorgung, Angehörigen auf Augenhöhe zu begegnen und sie als therapeutisch wertvoll anzuerkennen.

Auf der interdisziplinären Intensivstation des St.-Antonius-Hospitals wird dieser Anspruch seit vielen Jahren umgesetzt. Angehörige werden hier als Partner im Behandlungsprozess verstanden. Flexible Besuchsmöglichkeiten ohne starre Zeiten, eine telefonische Erreichbarkeit rund um die Uhr sowie strukturierte Gespräche sind ebenso selbstverständlich wie die Einbindung in Entscheidungsprozesse. Ergänzend stehen Informationsmaterialien, ein Intensivtagebuch sowie Angebote der Seelsorge und Begleitung in belastenden Situationen zur Verfügung.

„Die Zertifizierung macht sichtbar, was unser Team seit vielen Jahren lebt: eine Intensivversorgung, die Patientinnen und Patienten ebenso wie ihre Angehörigen in den Mittelpunkt stellt“, erklärt Bernd Rütten, pflegerische Bereichsleitung der Intensivstation. „Gleichzeitig ist sie für uns Ansporn, diesen Weg konsequent weiterzugehen und die Angehörigenfreundlichkeit weiter auszubauen.“

Die DGF hebt hervor, dass insbesondere der Verzicht auf feste Besuchszeiten sowie die aktive Einbindung der Angehörigen in Pflege- und Entscheidungsprozesse zentrale Kriterien für die Auszeichnung sind. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass diese Form der familienorientierten Betreuung nicht nur das Wohlbefinden der Patientinnen und Patienten stärkt, sondern auch die Belastung der Angehörigen in Krisensituationen spürbar reduziert.

Begleitet wurde der Zertifizierungsprozess im St.-Antonius-Hospital durch die Pflegedirektion, vertreten durch Referentin Lara Graf, und das Team der Intensivstation mit Bernd Rütten als Pflegerische Bereichsleitung. Im Rahmen eines Audits wurden die bestehenden Strukturen und Angebote geprüft und bewertet.

Das Zertifikat ist zunächst bis Mai 2028 gültig. Für die anschließende Rezertifizierung müssen die bestehenden Standards nicht nur gehalten, sondern gezielt weiterentwickelt werden. Ziel bleibt es, die Rolle der Angehörigen als festen Bestandteil moderner Intensivmedizin weiter zu stärken – für mehr Menschlichkeit in einer hochspezialisierten Umgebung.