Interdisziplinäre Intensivstation

Informationen für Patienten der Intensivstation und Angehörige

Auf unserer Intensivstation werden unsere Patienten rund um die Uhr betreut von einem qualifizierten Team aus erfahrenen Intensivmedizinern und Intensiv-Pflegepersonal. Im Vergleich zu einer normalen Station stehen hier pro Patient mehr Pflegekräfte für die Betreuung bereit, da die diese sehr zeitintensiv und umfangreich ist. Ähnlich wie im OP werden die Patienten an verschiedene Messgeräte angeschlossen, um kontinuierlich den Gesundheitszustand des Patienten zu überwachen. Während der intensivmedizinischen Behandlung finden täglich mehrere Visiten statt.

Nachfolgend finden Sie Informationen rund um den Aufenthalt auf der Intensivstation. Bitte nehmen Sie sich Zeit, die Hinweise sorgfältig zu lesen. Bei Fragen wenden Sie sich jederzeit an unser Team der Intensivstation!

 

 

 

  • Unsere Besuchszeiten sind täglich von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr.
  • In dringenden Fällen halten Sie bitte Rücksprache mit dem Intensivteam.
  • Kindern unter 14 Jahren ist der Zutritt in der Regel nicht gestattet. (Wenn Sie dennoch den Wunsch haben, Ihren Angehörigen gemeinsam mit Ihren jüngeren Kindern zu besuchen, ist es empfehlenswert zuvor Rücksprache mit dem Arzt oder der betreuenden Pflegekraft zu halten.)
  • Um die Privatsphäre all unserer Patienten zu schützen und einen möglichst ungestörten Behandlungsaufenthalt zu gewährleisten, bitten wir Sie, Ihre Angehörigen mit nicht mehr als zwei Personen gleichzeitig zu besuchen.
  • Bitte verzichten Sie aus hygienischen Gründen auf das Mitbringen von Blumen.

 

  • Auch während der Besuchszeiten muss mit Wartezeiten gerechnet werden. Therapeutische Anwendungen, pflegerische Tätigkeiten, ärztliche Untersuchungen oder Visiten erfordern Ihre Geduld. Sie verstehen sicher, dass Notfälle oder Neuaufnahmen sofort behandelt werden müssen. Die Pflegegruppe Ihres Angehörigen bemüht sich, Sie zeitnah zu informieren.
  • Im Besucherraum erhalten Sie Getränke und weitere Informationen. Sie haben auch die Möglichkeit, in der Caféteria im Erdgeschoss zu warten.

 

  • Sie können uns grundsätzlich jederzeit telefonisch erreichen.
  • Rufen Sie uns bitte morgens erst ab 9 Uhr an. Wir beantworten dann gerne Ihre Fragen.
  • Wählen Sie für telefonische Anfragen zum Gesundheitszustand des Patienten, einen Ansprechpartner in Ihrer Familie.
  • Die Patienten haben auf der Intensivstation kein Telefon am Bett. Wenn möglich, reichen wir bei Ihrem Anruf gerne das Telefon an Ihren kranken Angehörigen weiter.
  • Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass Mobiltelefone nicht erlaubt sind.

 

  • Sicherlich treten am Anfang und im Verlauf des Aufenthaltes Fragen zur Krankheit, Therapie oder Prognose auf. Die Ärzte der Intensivstation informieren Sie gerne. Oberarzt-Gespräche werden in der Regel nach Vereinbarung geführt.
  • Auch hier bestimmen Sie am besten einen Familiensprecher.
  • In besonderen Situationen halten wir auch Familienkonferenzen ab.
  • Wenden Sie sich bitte an die Pflegegruppe, die Ihren Angehörigen betreut.

Ihr Angehöriger benötigt für den Aufenthalt bei uns:

  • Waschutensilien, Kamm/Bürste, Zahnpflege, Rasierapparat, feste Pantoffel/Schuhe, Brille/Lesebrille, Hörgerät.
  • Handtücher/Waschlappen werden von uns gestellt. Fehlende Pflegemittel stellen wir Ihnen gerne überbrückend zur Verfügung.
  • Bitte nehmen Sie Wertsachen wie Schmuck oder Bargeld mit nach Hause.
  • Für mehrtägige Aufenthalte eignen sich durchaus auch kleinere persönliche Gegenstände wie Fotos, Lieblingsbücher oder Magazine.

Intensivtagebuch - Unterstützung bei der Rückkehr zur Normalität

Das Intensivtagebuch hilft Patienten und Angehörigen während eines Aufenthaltes auf der Intensivstation, ihre Erlebnisse besser verarbeiten und erinnern zu können. Der Patient kann das Tagebuch zu einem späteren Zeitpunkt lesen und damit eventuelle Erinnerungslücken schließen. Die Angehörigen können  mit Informationen, die sie von den Pflegenden erhalten, ihrem Familienmitglied einen großen Dienst bei der „Rückkehr in die Normalität“ erweisen.

Die Gründe für einen Aufenthalt auf einer Intensivstation sind lebensbedrohlicher Natur. Viele Patienten können sich an die Zeit dort nur schwer oder gar nicht erinnern.
Es sind meist kleine Dinge wie ungewohnte Geräusche oder nur verschwommene visuelle Eindrücke, die zu Angstzuständen führen  können. Was für Pfleger und Ärzte selbstverständlicher Teil der täglichen Arbeit ist, können Intensivpatienten in ihrer Extremsituation unmöglich richtig deuten.

Hier hilft ein Tagebuch mit handschriftlichen Notizen, das vor allem von Angehörigen und vom Pflegepersonal genutzt werden kann. Stationsleiter Bernd Rütten hat einige Tipps formuliert, wie man ein „Intensivtagebuch“  sinnvoll  einsetzt:

1. Rechtzeitig beginnen
Starten Sie als Angehöriger wenn möglich gleich mit dem ersten Tag, damit Sie Ihre Erinnerungen deutlich festhalten können.

2. Kontinuierlich eintragen
Ob Sie viel oder wenig schreiben, bleibt Ihnen überlassen. Probieren Sie aber, das Tagebuch möglichst regelmäßig zu nutzen. Anfangs eventuell mehrere Einträge pro Tag. Später reicht vielleicht ein Eintrag am Tag, wenn sich die Situation des Patienten stabilisiert.

3. Alles ist sinnvoll und nützlich
Sprechen Sie die erkrankte Person ruhig im „Du“-Stil an. Besondere Ereignisse, der Fortschritt des Patienten oder ganz Normales können  nützlich sein. Auch die Welt außerhalb der Intensivstation ist manchmal wichtig, etwa Geschehnisse in der Familie oder Dinge, für die sich der Patient im Alltag besonders interessiert.

4. Manchmal gibt es Wichtigeres
Verschlechtert sich zum Beispiel der Gesundheitszustand, treten andere Dinge in den Vordergrund. Wenn die Sorgen um Ihren Angehörigen allzu groß werden, bitten Sie vielleicht eine andere Person, Ihnen bei den Eintragungen zu helfen.

5. Einfach bleiben
Denken Sie nicht zuviel über Stil oder Rechtschreibung nach. Impulsiv und fehlerhaft  zu schreiben ist vollkommen in Ordnung. Achten Sie lieber darauf, die Dinge auf den Punkt zu bringen.

Mehr Infos zu diesem Thema gibt es auch in unserem >>>Youtube-Video

Den SAH-Journal-Artikel "Intensivtagebuch" zum Nachlesen finden Sie >>>hier.