EndoProthetikZentrum

Fragen rund ums Thema Kunstgelenkersatz

Nach der Implantation einer Endoprothese können in der Regel sämtliche Alltagsaktivitäten wieder aufgenommen werden. Auch Sport ist nach einem gewissen Schonzeitraum wieder möglich und vor allem sinnvoll: denn wie das natürliche Gelenk ist auch ein Kunstgelenk durch trainierte Muskeln und straffe Bänder besser geschützt.

Natürlich sind dafür einige Dinge zu beachten:

Voraussetzung für den Wiedereinstieg in den Sport ist, dass die Reha-Maßnahmen wie die Physiotherapie zur Kräftigung der Muskulatur und Koordinationsübungen absolviert sind. Außerdem sollte der Wiedereinstieg langsam, ohne Überbeanspruchung und in angemessenem Umfang, erfolgen.

Generell sind die Sportarten am besten geeignet, die ohne große Stoßbelastung auskommen, wie zum Beispiel Schwimmen, Wandern, Radfahren, Rudern, Kanufahren, Walken, Aqua-Jogging, Gymnastik und Tanzen. Bedingt geeignet sind Sportarten wie Tennis, Tischtennis, Ski (lang-)laufen, Reiten, Golfen und Kegeln. Patienten, die in ihren alten Sport wiedereinsteigen wollen, sollten schon vorher sicher und geübt darin sein.

Risiko- und Kontaktsportarten wie beispielsweise Ballsportarten, Mountainbiking, Kampfsport und Leichtathletik sollten aufgrund des erhöhten Verletzungsrisikos und der größeren Beanspruchung der Gelenke vermieden werden. Vorsicht ist geboten bei Sportarten, die komplett neu erlernt werden müssen. Das Risiko von Verletzungen ist hier sehr hoch.

Die Haltbarkeit eines künstlichen Gelenks hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, wie unter anderem von Prothesen-Art, der Knochenbeschaffenheit, der Fixierung des Kunstgelenks im Knochen (mit / ohne Zementierung), die körperliche Belastung, Gewicht und Alter des Patienten sowie Begleiterkrankungen.

Nach aktueller Datenlage kann man davon ausgehen, dass beispielsweise Hüftgelenke, die in den Knochen zementiert wurden, durchschnittlich 20 Jahre halten sollten.

Unsere Ärzte beraten Sie gerne persönlich und besprechen mit Ihnen die optimal auf Ihre individuellen Krankheitsbedürfnisse abgestimmte Lösung - ehrlich und direkt!

... eines künstlichen Gelenks?

 

Die Implantation eines künstlichen Gelenkes gilt mittlerweile als Routine-Eingriff und die Komplikationsraten sind niedrig. Allein in Deutschland erhalten jährlich rund 400.000 Menschen einen künstlichen Gelenkersatz.

Trotzdem gibt es – wie bei jedem operativen Eingriff – Risiken, die nicht unerwähnt bleiben dürfen. Dazu gehören die Bildung von Blutgerinnseln (Thrombosen) während oder nach der Operation, Blutergüsse (Hämatome), Infektionen, Nachblutungen und Verletzungen von Nerven oder Gefäßen.

Endoprothesen haben heutzutage eine gute Langzeithaltbarkeit. In wenigen Fällen ist eine Lockerung des künstlichen Gelenks möglich, was schmerzhaft und eventuell auch mit entzündlichen Prozessen verbunden sein kann. Dann wird eine erneute Operation mit Wechsel der Endoprothese erforderlich.

Im Falle einer Hüftgelenkimplantation kann es bei einigen Patienten in den ersten Monaten zur Knochenneubildung um das Kunstgelenk kommen, welche die gerade erst neugewonnene Beweglichkeit wieder einschränkt. Um dies zu vermeiden, erhält jeder Patient eine Ossifikationsprophylaxe. Diese erfolgt medikamentös.

In spezialisierten Kliniken treten die beschriebenen Risiken jedoch nur in maximal 1 Prozent der Fälle auf. Die Operationsqualität hat für uns oberste Priorität, da sie maßgeblich entscheidend für die Mobilität des Gelenks sowie das Wohlbefinden des Patienten ist, der durch den Eingriff an Lebensqualität zugewinnt. Um Komplikationen vorzubeugen und Risiken zu reduzieren, sind wir stetig dabei, unsere Qualität – auch im Rahmen der Zertifizierung – erneut zu prüfen und zu optimieren.

Minimalinvasive oder herkömmliche Verfahren?

Welche Methode zum Einsatz kommt, ist immer individuell vom Patienten abhängig. Bei uns werden sowohl minimalinvasive Implantationstechniken als auch die herkömmlichen Zugangswege zur Implantation eines Kunstgelenks genutzt. Unser Augenmerk liegt dabei stets auf einem sehr patientenschonenden Vorgehen, um die Beanspruchung von Bändern, Muskeln und Weichteilen so gering wie möglich zu halten. Die minimalinvasive OP-Technik, die besonders Gewebe schonend ist, wird - wann immer möglich – beim Einsatz eines Kunstgelenks angewandt. Je nach Körpergewicht und Verschleißgrad ist dieses Verfahren nicht für jeden Patienten geeignet.

... nach einem operativen Eingriff?

 

Nach einem komplikationslosen Eingriff verbleibt der Patient etwa 7-8 Tage in stationärer Behandlung. Zusätzlich zu der medikamentösen Behandlung von Operationsschmerzen beginnt ab dem zweiten Tag nach der Operation auch die krankengymnastische Bewegungstherapie. So werden im Falle eines operierten Hüftgelenks das sichere und selbstständige Gehen mit Hilfe von Gehstützen sowie Treppensteigen geübt. Während der anschließenden Rehabilitationsphase geht es darum, gezielt die Muskulatur zu trainieren, die das Kunstgelenk stabilisiert.