Zentrum für Gesundheit und Sport

Rehasport im Verein

Im Rehabilitationssport werden die Inhalte des Sportes gezielt auf die Verbesserung und/oder den Erhalt körperlicher Funktionen abgestimmt.
Reha-Sport bezieht pädagogische, psychologische und soziale Gesichtspunkte mit ein und ist somit auf eine ganzheitliche Wirkweise ausgerichtet.
Hier sind eine genau dosierte Belastung und eine sorgfältige Übungsauswahl erforderlich.

Im Bereich Rehabilitation kooperiert unser Zentrum mit dem Verein „Sport und Gesundheit am
St.-Antonius-Hospital Eschweiler e.V.“. In 72 Rehasportgruppen treffen sich hier wöchentlich nahezu 1.400 Rehasportler, die den ambitionierten Verein entdeckt haben und regelmäßig unter Leitung speziell ausgebildeter Rehasport-Übungsleiter, Sportlehrer/-therapeuten und Physiotherapeuten trainieren.

Alle Rehasportgruppen des Vereins "Sport und Gesundheit am St.-Antonius-Hospital Eschweiler e.V." sind  zertifiziert und werden von qualifizierten Übungsleitern Rehabilitationssport mit den Profilen "Innere Medizin", "Orthopädie" bzw. "Neurologie" geleitet.

Großen Anteil an der Mitgliederentwicklung haben zweifelsohne die „Herzsportler“: An 21 Trainingsterminen in der Woche treffen sie sich in verschiedenen Gruppen, um Herz und Kreislauf zu trainieren. An zwei weiteren Terminen werden im Herz- und Gefäßtraining vor allem auch die Beingefäße trainiert. Durchblutungsstörungen in den Beinen führen bei der sog. „Schaufensterkrankheit“ zu einer erheblichen Einschränkung der Gehstrecke. Die Bewältigung des Alltags ist dadurch oft massiv erschwert. Ein spezielles Gefäßtraining ist hier das Mittel der Wahl, um der Erkrankung zu begegnen, einem Herzinfarkt vorzubeugen und die Lebensqualität zu erhalten.

Weitere Informationen zum Rehasport erhalten Sie nachfolgend.

Im BRSNW ausgebildete Übungsleiter mit den Profilen "Rehasport Innere Medizin" bzw. "Rehasport Orthopädie" lernen in verschiedenen Ausbildungsgängen die Besonderheiten und speziellen Anforderungen kennen, die beim Sport mit den unterschiedlichen Behinderungsarten und Krankheitsformen beachtet werden müssen.

Der Reha-Sport stellt den größten Teil der Sportaktivitäten im BRSNW dar, und hierbei kann so gut wie jeder, auch ein schwer- und schwerstbehinderter Mensch mitmachen. Rehabilitationssport kann als Einstieg in ein lebensbegleitendes Sportangebot am Anfang ärztlich verordnet werden. Er ist dann gesetzlich festgeschrieben als ergänzende Maßnahme der Rehabilitation in Gruppen und unter Obhut eines Arztes.

Rehabilitationssport hat das Ziel, Ihre Ausdauer und Kraft, Ihre Koordination – das Zusammenspiel von Nerven und Muskeln – und Ihre Beweglichkeit zu verbessern. „Hilfe zur Selbsthilfe“ ist ein Prinzip – der Sport soll einen Beitrag zur aktiven Krankheitsbewältigung leisten und Ihr Wohlbefinden nachhaltig fördern. Darüber hinaus werden immer wieder Informationen zum Krankheitsbild sowie Tipps für den Alltag vermittelt.

Doch zunächst einmal ist Rehabilitationssport „Sport“. Hier werden in der Gruppe Fähigkeiten erworben, erhalten und ausgebaut, um wieder „fit“ für den Alltag zu werden – nebenbei wird die Entwicklung einer individuellen „Gesundheitskompetenz“ angestrebt: Selbsthilfetechniken im Umgang mit der Erkrankung wie z.B. Puls- und Blutdruckmessen, spezielle Entspannungstechniken für die Durchführung zuhause oder spezielle Atemübungen zur Vermeidung z.B. einer akuten Atemwegsobstruktion, d.h. einer plötzlichen Engstellung der Atemwege werden erlernt. In den Rehasportgruppen mit orthopädischen Indikationen (z.B. Rückentraining zur Kräftigung der Muskulatur nach Bandscheibengeschehen) werden Gymnastik-, Dehnungs- und Lockerungsübungen vermittelt, die auch alleine durchgeführt werden können….wäre da nicht immer der „innere Schweinehund“…..diesen können Sie gerade in der Rehabilitationssportgruppe überwinden, denn das Training in einer dauerhaften Gruppe mit Gleichgesinnten zu einem festen Trainingstermin in der Woche hilft Ihnen und unterstützt Sie in dem Vorhaben, Ihr Leben trotz der Erkrankung „aktiv“ zu gestalten, am gesellschaftlichen Leben noch teilzunehmen und nicht „einzurosten“.

Viele entdecken sogar über den Rehabilitationssport neue Interessen – so das Wandern in der Gruppe oder auch das gemeinsame Radfahren.

In zahlreichen Rehasportgruppen können Sie ein auf Ihre Leistungsfähigkeit individuell abgestimmtes Trainingsprogramm absolvieren. Eigens qualifizierte Übungsleiter mit den Schwerpunkten Rehabilitationssport Profil „Innere Medizin“, „Orthopädie“ oder „Neurologie“ sowie Sportlehrer und Physiotherapeuten mit Zusatzausbildungen betreuen Sie in zahlreichen Rehasport-Angeboten „rund um die Uhr“.

Die langfristige Teilnahme am (Reha-)-Sport ist das Ziel – deshalb empfehlen die Krankenkassen die Mitgliedschaft in einem Verein, wenngleich diese bei Vorliegen einer gültigen Verordnung durch den Arzt freiwillig ist. Dennoch werden die meisten Rehasport-Teilnehmer unmittelbar Mitglied im gemeinnützig anerkannten Verein „Sport und Gesundheit am St.-Antonius-Hospital Eschweiler e.V.“. Mit den Beiträgen werden zahlreiche Geräte angeschafft, die einen attraktiven und abwechslungsreichen Rehasport ermöglichen: So wird nicht nur auf Fahrrad-Ergometern und mit Nordic-Walking-Stöcken trainiert, sondern Therabänder, große Gymnastikbälle, Flexibars zum Training der tiefen Rückenmuskulatur, kleine Hanteln in verschiedenen Gewichtsklassen, Gewichtsmanschetten, Steps und verschiedene Balance-Pads z.B. zum Training von Gleichgewicht und Koordination sowie weitere Kleingeräte stehen zur Verfügung.

Und dieses Training kommt an; so sind zahlreiche Teilnehmer schon jahrelang aktives Mitglied im Verein und möchten ebenso wie inzwischen einige ältere Senioren, die auch bei Wind und Wetter den Weg in die Sporthalle finden, den Rehasport nicht mehr missen! Viele Teilnehmer sind inzwischen von „intrinsisch“, d.h. von „innen heraus“ für den Rehasport motiviert und haben einen „sportlichen Lebensstil“ entwickelt, haben ihren Umgang mit der Erkrankung erlernt und eigene „Gesundheitsressourcen“ zur Krankheitsbewältigung erfolgreich entwickelt. Gerade hier wirkt die Gruppe mit der Möglichkeit zum Austausch und Gespräch mit anderen Teilnehmern unterstützend.

Sie trainieren in der Sportgruppe im Rahmen Ihrer individuellen Leistungsfähigkeit: Regelmässige Puls-, Blutdruck-, Peakflow oder ggf.auch Blutzuckermessungen, Übungen mit unterschiedlichen Gewichten und in verschiedenen Ausgangsstellungen, unterschiedlich dosierte Trainingsprogramme und weitere Maßnahmen seitens des Übungsleiters sorgen dafür, dass Sie sich nicht überfordern – dazu zählt natürlich auch die eigene Körperwahrnehmung, die mittels besonderer Übungen immer wieder geschult wird. „Differenzierung“ ist das Zauberwort des Übungsleiters – Überforderung soll vermieden werden. Dennoch haben Sie natürlich beim Sport das Gefühl, sich anzustrengen und tatsächlich zu trainieren – Belastungen im Alltag werden Ihnen als Belohnung leichter fallen, Ihre Leistungsfähigkeit wird erhalten bzw. lässt sich sogar steigern.

Der Rehabilitationssport kann bei Vorliegen bestimmter Indikationen ärztlich verordnet werden, in der Regel können folgende Übungseinheiten verordnet werden – dabei wird das Budget des verordnenden Arztes nicht belastet:

Rehasport in Herzsportgruppen - 90 Übungseinheiten
Rehasport bei COPD, Asthma -  120 Übungseinheiten
Rehasport bei orthopädischen Erkrankungen - 50 Übungseinheiten

Nach Ablauf der Verordnung ist die weitere Teilnahme am Rehasport möglich, sofern der Arzt eine weitere Verordnung für medizinisch notwendig hält. Aber auch ohne Verordnung können Mitglieder in der jeweiligen Gruppe weiterhin Sport betreiben, denn die langfristige, lebensbegleitende sportliche Aktivität und „Nachhaltigkeit“ zur Sicherung der Reha-Ziele, aber auch zur Sekundär-Prävention, d.h. zur weiteren Vorbeugung und zur Gesundheitsförderung ist das  übergeordnete Ziel.

Rehasport wird darüber hinaus in zahlreichen Rücken-Trainingsgruppen angeboten – „Rumpf ist Trumpf“ ist hier die Devise. In dem Sinne wird in diesen Gruppen vor allem die rumpfstabilisierende Muskulatur, die gesamte Skelettmuskulatur gekräftigt und gedehnt – Entspannungsübungen gehören ebenfalls dazu.

Die Angebotspalette des Vereins umfasst weitere Sportgruppen:

  • In der „Lungensportgruppe“ haben Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen (COPD) wie Bronchitis und Emphysem die Gelegenheit zu moderatem Ausdauertraining. Atem- und Entspannungsübungen sowie spezielle Dehnungsübungen gehören ebenfalls wie ein dosiertes Krafttraining in dieses spezielle Rehasport-Programm.
  • Sport in der Krebsnachsorge,
  • Sport für Parkinson-Betroffene und
  • Sport bei Arthrose und Osteoporose sind weitere Rehabilitationssportangebote des Vereins.
  • Bei Knie- und Hüftgelenksarthrose – auch nach bereits erfolgter Operation – ist ebenfalls die Teilnahme an speziellen Rehasport-Angeboten wichtiger Baustein im Therapiekonzept.