Innere Medizin und Internistische Intensivmedizin

Nephrologie und Dialyse

Vorbeugung ist besser – Nierenerkrankungen erkennen und rechtzeitig entgegensteuern

Infektionen, genetisch bedingte Nierenkrankheiten oder auch Autoimmunkrankheiten können zu "Nierenproblemen" führen:. Bei letzteren erkennt das körpereigene Immunsystem die Nieren nicht mehr als körpereigen, sondern als fremd. Dies führt zu einer Zerstörung der Nieren. Ferner können auch andere Krankheiten wie der Diabetes oder der hohe Blutdruck die Minderung der Nierenfunktion nach sich ziehen.

 

Die Diagnostik und Therapie sämtlicher akuter und chronischer Nierenerkrankungen einschließlich Autoimmun-Erkrankungen zählt zu den Kernkompetenzen unserer Klinik. Daneben besteht auch eine spezielle Expertise in der Abklärung und Behandlung des Bluthochdrucks. Patienten mit anhaltender schwerer Nierenfunktionseinschränkung bereiten wir auf eine Nierenersatztherapie oder Nierentransplantation vor. Die Wahl der Behandlungsform erfolgt in enger Abstimmung mit dem Patienten.

Ambulante und stationäre Dialyse

Die Sektion Nephrologie ist im SAH für die Durchführung der Nierenersatztherapie zuständig. Die Blutwäsche (Hämodialyse) hat an unserem Krankenhaus eine über 40-jährige Tradition. Mittlerweile werden ca. 10.000 Dialysen pro Jahr durchgeführt, davon mehr als 1.000 Dialysen bei stationären Patienten, die in der Inneren Medizin oder in anderen Fachabteilungen des Hauses behandelt werden. In enger Kooperation mit der Abteilung für Gefäßchirurgie erfolgt die Anlage von dauerhaften Gefäßzugängen, wie Dialyse-Shunts und Vorhofkathetern, sowie die Behandlung von Problemen mit Gefäßzugängen. Seit vielen Jahren wird auch die Bauchfelldialyse (CAPD) angeboten. Die Bauchfellkatheter werden durch die Abteilung für Abdominalchirurgie angelegt.

Auf der Intensivstation können alle gängigen Blutreinigungsverfahren einschließlich kontinuierlicher Filtrationsverfahren (CVVH) und spezielle Verfahren (Citratdialyse) rund um die Uhr durchgeführt werden. Auch die Plasmapherese gehört zum Leistungsspektrum.

Es besteht eine enge Kooperation mit den umliegenden Dialysezentren und dem Transplantationszentrum des Universitätsklinikums Aachen.

Reduziert sich die Nierenfunktion unter ca. 10 %, ist das Überleben unmittelbar gefährdet. In vielen Situationen ist es möglich, mit Dialyseverfahren ("künstliche Niere") die Nierenfunktion zu ersetzen. Allerdings kann eine Dialysebehandlung chronisch kranke Nieren nicht heilen.

Akute und notfallmäßige Dialysen können jederzeit stattfinden, falls notwendig auch auf der interdisziplinären Intensivstation, wo je nach Indikation auch kontinuierliche Nierenersatzverfahren (CVVH / CVVHDF) durchgeführt werden. Der Notfalldienst ist 365 Tage rund um die Uhr gewährleistet.

Die Dialysestation bietet neben der Durchführung von Notfall-Dialysen die Langzeitbehandlung von Patienten mit Wohnsitz im Gebiet der Stadt und Umgebung an. Die Abteilung verfügt über 18 Dialysebehandlungsplätze. Separate Behandlungsräume stehen für infektiöse Patienten (z.B. Hepatitis B und C, HIV, MRSA) zur Verfügung. Alle extrakorporalen Blutreinigungsverfahren sind etabliert.

Gastdialysepatienten sind bei uns herzlich willkommen. Aufgrund der begrenzten Möglichkeiten empfehlen wir, sich unbedingt vorzeitig anzumelden.

Die Patienten werden unter Berücksichtigung ständig aktualisierter Standards sowie unter Einbezug von modernsten Technologien und sichersten Materialien betreut.

Neben der Standardüberwachung während der Hämodialysebehandlung und regelmäßigen Laborkontrollen zur Qualitätsüberwachung können bei problematischem Gefäßzugang Rezirkulationsmessungen und Shuntdoppleruntersuchungen durchgeführt werden.