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Schnelle Hilfe bei urologischen Notfällen

(Unser Foto zeigt v.l.n.r.: Dr. med. Gabriele Heller, Leiterin Urologische Akutmedizin; Professor Dr. Joachim Steffens, Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie; Professor Dr. med. Guido Michels, Chefarzt der Klinik für Akut- und Notfallmedizin)

 

Nierenkolik, Hodenverdrehung, Urosepsis und vieles mehr: Viele Notfälle lassen sich auf ein urologisches Problem zurückführen. Gerade bei einer Blutvergiftung aufgrund von schweren Infektionen der ableitenden Harnwege, ist schnelles Handeln gefragt. 10 bis 30 % dieser sogenannten Septitiden gehen aus einer Infektion des Urogenitaltraktes hervor. Kommt die Hilfe zu spät, kann die Urosepsis für ein Drittel der Patientinnen und Patienten tödliche Folgen haben.

Umso wichtiger ist eine enge Vernetzung der Kliniken Akut- und Notfallmedizin und Urologie. Am SAH wird dieses interdisziplinäre und interprofessionelle Hand in Hand bereits seit Jahren intensiv gelebt. Durch die Ernennung von Dr. med. Gabriele Heller zur Leiterin der Urologischen Akutmedizin hat die Zusammenarbeit der Fachabteilungen jetzt aber noch einmal an Bedeutung gewonnen.

In Deutschland eine Seltenheit

„Die für uns so wichtige Schnittstelle zwischen Urologie und klinischer Notfallmedizin bietet uns zwei entscheidende Vorteile“, erklärt die erfahrene Fachärztin Dr. Gabriele Heller. „Zunächst, und das ist der wichtigste Pluspunkt, profitiert der Patient, dessen Versorgung bei einem urologischen Notfall besonders schnell und in hoher Qualität bereitgestellt werden kann.“

Für den entscheidenden Zeitvorteil sorgt der eigene urologische Behandlungsraum in der Zentralen Notaufnahme. „Dort kann schnell, kompetent und auf kurzem Weg gehandelt werden“, sagt Dr. Gabriele Heller. Das Modell einer Notaufnahmestruktur mit integrierter, urologischer Behandlungseinheit ist in Deutschland noch eine Seltenheit.

Ein zweiter großer Nutzen der Vernetzung liegt in der besseren Ausbildung der Assistenzärzte. „Sie profitieren ganz besonders von der interdisziplinären Zusammenarbeit der Fachbereiche Notfallmedizin und Urologie“, sagt Prof. Dr. med. Joachim Steffens, Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie. „Die Kolleginnen und Kollegen sehen mehr und lernen dadurch mehr.“

Zusammen sind wir stark

„Gemeinsam können wir für die Patientinnen und Patienten mehr erreichen“, bestätigt auch Prof. Dr. med. Guido Michels, Chefarzt der Klinik für Akut- und Notfallmedizin die Vorteile der Zusammenarbeit. „Dieses Leuchtturmprojekt wird sicherlich eine Signalwirkung auch für andere Häuser haben.“