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Prostatavorsorge: Ernst nehmen!

Große Resonanz beim Informationsabend "Prostatakarzinom & Vorsorge"

Einen prall gefüllten Talbahnhof erlebten die Besucher der medizinischen Infoveranstaltung „Prostata und Vorsorge – Was man(n) wissen sollte“ am vergangenen Montagabend. Ein Beleg dafür, wie ernst das Thema rund um die Erkrankungen dieses typischen „Männerorganes“ in der Bevölkerung aufgenommen wird.

Dr. Roman Hiebl, niedergelassener Urologe, Oberarzt Stephan Schulte und Strahlentherapie-Experte Uwe Maurer klärten die Talbahnhof-Besucher auf über Diagnose- und Therapie-Chancen des Prostatakrebses. Die Statistik belegt: bei fast jedem zweiten Mann über 50 Jahren treten Veränderungen der Prostata auf. Ob es sich um eine bösartige Geschwulst handelt, darüber könne nur der Arzt Auskunft geben. Und je früher desto besser, so Dr. Roman Hiebl, der nochmals betonte, dass Beschwerden oft leider erst in einem fortgeschrittenen Stadium einer Erkrankung festgestellt werden. Abtastung, PSA-Test, Ultraschall oder MRT – es gebe sehr gute moderne Diagnose-Chancen, es erst gar nicht zum Schlimmsten kommen zu lassen. Stephan Schulte, Oberarzt im St.-Antonius-Hospital, gab den Interessierten spannende Einblicke in den Arbeitsalltag eines Urologen. Die operative Entfernung der Prostata gilt als nervschonendes Vorgehen für den Potenz- und Kontinenz-Schutz, solange es das Ausmaß eines Tumors zulässt. High-Tech im besten Sinne stellte Uwe Maurer, Leiter der Strahlentherapie 360° am St.-Antonius-Hospital, vor. Er wusste Detailliertes über Häufigkeit und Dauer von strahlentherapeutischen Maßnahmen sowie über die sogenannte Fusionsbiopsie zu berichten. Die Wissenschaft mache auf diesem Gebiet enorme Fortschritte.

„Niedergelassene Ärzte, Ärzte in Kliniken, Strahlentherapeuten und die Krankenkassen sind Partner beim gemeinschaftlichen Vorgehen gegen dieses Übel“, so Prof. Dr. Joachim Steffens, Chefarzt der Urologie am SAH und Leiter des Prostatakarzinomzentrums PKZ , der den Abend gemeinsam mit Dr. Ursula Gerlinde Maurer von der Strahlentherapie 360° moderierte. Auch wenn es sich einige der Fragenden bei der Infoveranstaltung vielleicht gewünscht hätten, aber direkte Vergleiche im Krankheitsverlauf, der Schwere der Erkrankung oder bei der Therapie des Prostatakarzinomes sind so gut wie nicht möglich. Nur die individuelle Beratung und Behandlung des Patienten unter Berücksichtigung seiner ganz persönlichen Umstände führen zu einer geeigneten Therapie und steigerten die Heilungschancen.

Traurige Tatsache ist, dass im ehemaligen Kreis Aachen lediglich 15,5 Prozent der anspruchsberechtigten Männer eine Vorsorgeuntersuchung in Anspruch nehmen . Die AOK Rheinland/Hamburg möchte mit derartigen Informationsabenden vor allem dazu beitragen, dass durch Aufklärung und Information der Bevölkerung diese Quote zukünftig gesteigert wird.