Punktgenauer Kampf gegen Krebs in nur zwei Minuten:

Mit zweitem High-Tech-Linearbeschleuniger stellt sich das St.-Antonius-Hospital einzigartig in der Region auf

Ab sofort steht für Krebspatienten im St.-Antonius-Hospital ein hochmoderner zweiter Linearbeschleuniger für strahlentherapeutische Behandlungen zur Verfügung. Das High-Tech-Gerät zur punktgenauen Bestrahlung von Tumoren befindet sich im Erweiterungsbau des St.-Antonius-Hospitals an der der Ecke Dechant-Deckers-Straße und Hospitalgasse. Am 8. Mai fand die Einsegnung des zweiten Top-Linearbeschleunigers statt. Pfarrer Michael Datené erbat während der Segnung des Bestrahlungsraumes: „Gott, steh mit deiner Gnade denen bei, die bei uns Hilfe suchen“.

Der Erweiterungsbau der strahlentherapeutischen Praxis, die eine Kooperation des SAH mit dem Betreiber Med 360° ist, wird dringend benötigt, denn: „Die Onkologie ist einer der Leuchttürme unseres Hauses mit einem Angebot, wie es dies in der Region kaum ein zweites Mal gibt“, sagt Elmar  Wagenbach, Geschäftsführender Vorstand des  St.-Antonius-Hospitals.  „Die Behandlung mit dem bestehenden Linearbeschleuniger wurde daher von immer mehr onkologischen Patienten in Anspruch genommen, was zu Wartezeiten geführt hat“, erklärt Wagenbach. „Diese wollen wir durch die Verdopplung der Bestrahlungskapazitäten mit Hilfe von zwei Geräten künftig vermeiden.“ Mit zwei Linearbeschleunigern ist das St.-Antonius-Hospital Eschweiler einzigartig aufgestellt in der Region.

Erhebliche Entlastung für Krebspatienten

Doch nicht nur das: Drei entscheidende Vorteile zählt Dr. med. Uwe Maurer, Chef der Fachabteilung Strahlentherapie Eschweiler, auf. Neben der punktgenauen Bestrahlung durch den Multilamellen-Koordinator im Gerät kann vor der Bestrahlung ein CT gefahren werden, so dass die Exaktheit der Bestrahlung garantiert ist. Außerdem ist eine Rotationsbestrahlung möglich mit automatischer Tischbewegung und Optimierung des gelagerten Patienten auf Knopfdruck. Auch die Verkürzung der Bestrahlungszeit von ehemals 20 bis 30 Minuten auf nur zwei Minuten kommt dem Wohlbefinden der onkologischen Patienten des SAH sehr zugute.

Für das seelische Wohlbefinden der Onko-Patienten sorgen die lichten und elegant schlicht wirkenden, geschmackvoll gestalteten Praxisräume, in denen die Farben Sand und Orange ganz dezent zum Einsatz kommen. Der Betrachter vermag sich nicht vorzustellen, dass hier die Bagger ganze Arbeit leisteten und etwa 500 m³ Erde beiseite schafften. Der Standort wurde aus gutem Grund gewählt: die beliebte Grünanlage in unmittelbarer Nähe der strahlentherapeutischen Praxisstätte der Unternehmensgruppe „Med 360°“ bleibt unangetastet und dient auch weiterhin als gesunder Erholungsraum für Patienten und Besucher.

SAH-Krebszentren: Jährliche Rezertifizierung durch die Deutsche Krebsgesellschaft

Der Erweiterungsbau ist auch für die beiden etablierten und langjährig zertifizierten Zentren  des Hauses, das  ProstataKarzinomZentrum und das Euregio-Brust-Zentrum, ein großer Zugewinn. In Zusammenarbeit mit der Strahlentherapie bieten die beiden Zentren seit Jahren qualitativ hochwertige Behandlungsoptionen aller Arten und Techniken, was alljährlich zur Anerkennung und Rezertifizierung durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG-Zentren) führt.

Besonders aufwendig sind naturgemäß die Maßnahmen des Strahlenschutzes: 1,70 Meter dick wurden hier die Wände aus Baryt-Beton gegossen. Dieser Spezialbeton ist hochdicht und hält die Strahlung dort, wo sie bleiben soll. Das gilt auch für die motorbetriebene Tür zum Bestrahlungsraum, die mit etwa 27 Tonnen so viel wiegt wie ein Güterwaggon. Dr. Maurer, der über ein Vierteljahrhundert Erfahrung in der Strahlentherapie verfügt, ist stolz und dankbar „diesen hohen Standard in Eschweiler anbieten zu können“. Die Partnerschaft zwischen dem St.-Antonius-Hospital und Betreiber funktioniert sehr gut, „wir arbeiten Hand in Hand.“

Von den aufwendigen Baumaßnahmen im Inneren des neuen Gebäudes wird der Betrachter nicht viel sehen. Denn rund zwei Drittel des neuen Baukörpers verschwinden in der Erde. Die verbleibenden zwei Meter Bauhöhe nehmen die Gestaltung des historischen Rundturms und des Haupteinganges der strahlentherapeutischen Praxis mit einer schmucken Bruchsteinfassade auf.

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