Hoffnung für Prostatakrebserkrankte durch neues Verfahren

Die Fusionsbiopsie ermöglicht gezielte Diagnose und Behandlung

Was der Eine nicht kann, übernimmt der Andere: dieses Prinzip liegt dem neuen diagnostischen Gerät „Fusionsbiopsie Prostata“ zugrunde, das Bilder von MRT- und Ultraschall zusammenfügt, sie also fusioniert. Damit sind in der Urologie am St.-Antonius-Hospital ab sofort viel gezieltere und schonendere Gewebeentnahmen bei Prostatakrebs-Verdacht möglich, mit der Konsequenz einer schnelleren und adäquaten Therapie. Denn bei der Verdachtsdiagnose kann nur eine Gewebeentnahme aus der Prostata, die sogenannte Prostatabiopsie, den Krebs bestätigen oder ausschließen.

Prostatakrebs gehört zu den statistisch häufigsten Krebserkrankungen beim Mann. Aufgrund dieser Häufigkeit wird auf dem Gebiet der Behandlung des Prostatakarzinoms viel geforscht und entwickelt. Die moderne Radiologie ermöglicht mit dem sogenannten multiparametrischen MRT, kurz mpMRT, eine viel bessere Identifikation von Krebsgewebe im Organ als die herkömmliche Ultraschalluntersuchung. „Das MRT ist ein hervorragendes Diagnostikum, um den Krebs in der Prostata zu orten. Im MRT ist eine Biopsie jedoch sehr aufwendig und schwierig“, erklärt der Oberarzt der Urologie am SAH, Stephan Schulte die Vorteile des neuen High-Tech-Gerätes. „Mit dem Ultraschallgerät kann man hingegen die Prostata sehr viel leichter und eleganter biopsieren.“  

Die Schlüsseltechnik hinter dem Konzept liegt in dem Computerprogramm, das es ermöglicht, die vormarkierten, tumorverdächtigen Areale der MRT Bilder in Echtzeit mit dem Ultraschallbild des Urologen während der Biopsie in Deckung zu bringen. Der Urologe kann also durch die Abgleichung, Erkennung und Markierung der verdächtigen Organbereiche weitaus präzisere Gewebestanzen entnehmen und mit höherer Wahrscheinlichkeit die tumorverdächtigen Areale erreichen und damit diagnostisch relevante Proben gewinnen.

Das Gerät sieht aus wie normales Ultraschallgerät und ist mit einem GPS-System verbunden, das lokal auf den Körper gelegt wird. Dadurch ist die Orientierung im Raum gegeben. Der Ultraschallstab ist mit einem Tracker verbunden, so dass der Urologe immer weiß, wo genau er sich in der Prostata befindet.  

Die Fusionsbiopsie ermöglicht im St.-Antonius-Hospital damit eine zwar invasive, aber schmerzfreie, strahlenfreie und schnelle Diagnosestellung von Prostatakrebs. Auch die Anzahl der erforderlichen Biopsien wird verringert. In der Städteregion Aachen stellt sich die Urologie am St.-Antonius-Hospital ein weiteres Mal exzellent auf, im Dienste des Patienten.

Im frühen Stadium kann ein Prostatakarzinom heilbar sein. Dabei gilt: Je früher der Krebs erkannt wird, desto besser stehen die Chancen, dass er noch keine Metastasen gebildet hat und somit komplett heilbar ist. Zudem ist bei einem noch sehr kleinen Karzinom ein schonendes Verfahren bei der Operation anwendbar.

Aus diesen Gründen macht es für jeden Mann ab 50 Jahren Sinn, regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen durchzuführen, erst recht, wenn gewisse Risikofaktoren bestehen. Wurde bei einem nahen Verwandten Prostatakrebs diagnostiziert, besteht für einen selbst ein mehr als zweifach erhöhtes Risiko die gleiche Diagnose gestellt zu bekommen. Auch das fortschreitende Alter stellt einen Risikofaktor dar. Daher werden Männern ab 45 Jahren in Deutschland die Kosten für eine Tastuntersuchung der Prostata von der Krankenkasse erstattet.

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