"Zurück zur Bewegung" - ambulanter Rehabilitationssport - ein Beitrag zur aktiven und gesundheitsfördernden Lebensgestaltung

Sport in einer ambulanten Rehabilitationssportgruppe – ärztlich verordneter Rehabilitationssport  – was verbirgt sich eigentlich dahinter? Wer kann teilnehmen, inwieweit werden Kosten seitens der Krankenkassen übernommen, welche Angebote gibt es, welche Übungen werden durchgeführt, kann man auch teilnehmen, wenn man jahrelang keinen Sport gemacht hat?

Sie sind interessiert und überlegen, am Rehabilitationssport teilzunehmen? Dann lesen Sie weiter – gerne können Sie sich auch telefonisch im Zentrum für Gesundheit und Sport am St.-Antonius-Hospital Eschweiler unter 02403/76-1155 informieren – hier erhalten Sie Verordnungsformulare und einen ersten Einblick in die breite Angebotspalette des Rehabilitationssports im Verein „Sport und Gesundheit am St.-Antonius-Hospital Eschweiler e.V.“.

Was ist Rehabilitationssport?

„Rehabilitationssport wirkt mit den Mitteln des Sports und sportlich ausgerichteter Spiele ganzheitlich auf…die Menschen…ein“...  so  Formulierungen in Leitlinien der Dachverbände (Deutscher Behindertensportverband - Fachverband für Rehabilitation durch Sport bzw. Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herzkreislauferkrankungen e.V.).

Die einzelnen Angebote sind auf die Art und Schwere der körperlichen Einschränkungen z.B. nach Herzinfarkt, bei chronischen Atemwegserkrankungen, bei degenerativen Erkrankungen von Wirbelsäule und Gelenken und vielen anderen Krankheitsbildern abgestimmt. Rehabilitationssport bietet Ihnen als Teilnehmer/in die Möglichkeit, gemeinsam mit Anderen durch Bewegung, Spiel und Sport Ihre Leistungsfähigkeit und den Verlauf Ihrer Erkrankung positiv zu beeinflussen. Gerade für ältere Teilnehmer ist die langfristige „Teilhabe“ am gesellschaftlichen Leben, die selbständige und selbstbestimmte Lebensgestaltung übergeordnetes Ziel. Aber auch „Jüngere“ nehmen am Rehasport teil, um die vorherige Leistungsfähigkeit zurückzuerlangen bzw. zu steigern und wieder fit für Alltag, Freizeit und Beruf zu werden.

Bei Vorliegen bestimmter Indikationen hat grundsätzlich jeder Betroffene Anspruch auf die Teilnahme am Rehabilitationssport  – dieser Anspruch ist sogar im Sozialgesetzbuch gesetzlich verankert. Auch bei drohender Erkrankung – z.B. wenn sog. Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes u.a. vorliegen, kann bereits die Teilnahme am Rehasport zur Vorbeugung ärztlich verordnet werden.

Ziele

Rehabilitationssport hat das Ziel, Ihre Ausdauer und Kraft, Ihre Koordination – das Zusammenspiel von Nerven und Muskeln – und Ihre Beweglichkeit zu verbessern. „Hilfe zur Selbsthilfe“ ist ein Prinzip – der Sport soll einen Beitrag zur aktiven Krankheitsbewältigung leisten und Ihr Wohlbefinden nachhaltig fördern. Darüber hinaus werden immer wieder Informationen zum Krankheitsbild sowie Tipps für den Alltag vermittelt.

Doch zunächst einmal ist Rehabilitationssport „Sport“. Hier werden in der Gruppe Fähigkeiten erworben, erhalten und ausgebaut, um wieder „fit“ für den Alltag zu werden – nebenbei wird die Entwicklung einer individuellen „Gesundheitskompetenz“ angestrebt: Selbsthilfetechniken im Umgang mit der Erkrankung wie z.B. Puls- und Blutdruckmessen, spezielle Entspannungstechniken für die Durchführung zuhause oder spezielle Atemübungen zur Vermeidung z.B. einer akuten Atemwegsobstruktion, d.h. einer plötzlichen Engstellung der Atemwege werden erlernt. In den Rehasportgruppen mit orthopädischen Indikationen (z.B. Rückentraining zur Kräftigung der Muskulatur nach Bandscheibengeschehen) werden Gymnastik-, Dehnungs- und Lockerungsübungen vermittelt, die auch alleine durchgeführt werden können….wäre da nicht immer der „innere Schweinehund“…..diesen können Sie gerade in der Rehabilitationssportgruppe überwinden, denn das Training in einer dauerhaften Gruppe mit Gleichgesinnten zu einem festen Trainingstermin in der Woche hilft Ihnen und unterstützt Sie in dem Vorhaben, Ihr Leben trotz der Erkrankung „aktiv“ zu gestalten, am gesellschaftlichen Leben noch teilzunehmen und nicht „einzurosten“.

Viele entdecken sogar über den Rehabilitationssport neue Interessen – so das Wandern in der Gruppe oder auch das gemeinsame Radfahren.

Rehabilitationssport – welche Angebote gibt es?
Was erwartet Sie in einer Rehabilitationssportgruppe?

In zahlreichen Rehasportgruppen können Sie ein auf Ihre Leistungsfähigkeit individuell abgestimmtes Trainingsprogramm absolvieren. Eigens qualifizierte Übungsleiter mit den Schwerpunkten Rehabilitationssport Profil „Innere Medizin“, „Orthopädie“ oder „Neurologie“ sowie Sportlehrer und Physiotherapeuten mit Zusatzausbildungen betreuen Sie in zahlreichen Rehasport-Angeboten „rund um die Uhr“.

Die langfristige Teilnahme am (Reha-)-Sport ist das Ziel – deshalb empfehlen die Krankenkassen die Mitgliedschaft in einem Verein, wenngleich diese bei Vorliegen einer gültigen Verordnung durch den Arzt freiwillig ist. Dennoch werden die meisten Rehasport-Teilnehmer unmittelbar Mitglied im gemeinnützig anerkannten Verein „Sport und Gesundheit am St.-Antonius-Hospital Eschweiler e.V.“. Mit den Beiträgen werden zahlreiche Geräte angeschafft, die einen attraktiven und abwechslungsreichen Rehasport ermöglichen: So wird nicht nur auf Fahrrad-Ergometern und mit Nordic-Walking-Stöcken trainiert, sondern Therabänder, große Gymnastikbälle, Flexibars zum Training der tiefen Rückenmuskulatur, kleine Hanteln in verschiedenen Gewichtsklassen, Gewichtsmanschetten, Steps und verschiedene Balance-Pads z.B. zum Training von Gleichgewicht und Koordination sowie weitere Kleingeräte stehen zur Verfügung.

Und dieses Training kommt an; so sind zahlreiche Teilnehmer schon jahrelang aktives Mitglied im Verein und möchten ebenso wie inzwischen einige ältere Senioren, die auch bei Wind und Wetter den Weg in die Sporthalle finden, den Rehasport nicht mehr missen! Viele Teilnehmer sind inzwischen von „intrinsisch“, d.h. von „innen heraus“ für den Rehasport motiviert und haben einen „sportlichen Lebensstil“ entwickelt, haben ihren Umgang mit der Erkrankung erlernt und eigene „Gesundheitsressourcen“ zur Krankheitsbewältigung erfolgreich entwickelt. Gerade hier wirkt die Gruppe mit der Möglichkeit zum Austausch und Gespräch mit anderen Teilnehmern unterstützend.

Rehabilitationssport – individuell auf Sie abgestimmt

Sie trainieren in der Sportgruppe im Rahmen Ihrer individuellen Leistungsfähigkeit: Regelmässige Puls-, Blutdruck-, Peakflow oder ggf.auch Blutzuckermessungen, Übungen mit unterschiedlichen Gewichten und in verschiedenen Ausgangsstellungen, unterschiedlich dosierte Trainingsprogramme und weitere Maßnahmen seitens des Übungsleiters sorgen dafür, dass Sie sich nicht überfordern – dazu zählt natürlich auch die eigene Körperwahrnehmung, die mittels besonderer Übungen immer wieder geschult wird. „Differenzierung“ ist das Zauberwort des Übungsleiters – Überforderung soll vermieden werden. Dennoch haben Sie natürlich beim Sport das Gefühl, sich anzustrengen und tatsächlich zu trainieren – Belastungen im Alltag werden Ihnen als Belohnung leichter fallen, Ihre Leistungsfähigkeit wird erhalten bzw. lässt sich sogar steigern.

Rehabilitationssport – ärztlich verordnet und von den Krankenkassen unterstützt

Der Rehabilitationssport kann bei Vorliegen bestimmter Indikationen ärztlich verordnet werden, in der Regel können folgende Übungseinheiten verordnet werden – dabei wird das Budget des verordnenden Arztes nicht belastet:

Rehasport in Herzsportgruppen - 90 Übungseinheiten
Rehasport bei COPD, Asthma -  120 Übungseinheiten
Rehasport bei orthopädischen Erkrankungen - 50 Übungseinheiten

Nach Ablauf der Verordnung ist die weitere Teilnahme am Rehasport möglich, sofern der Arzt eine weitere Verordnung für medizinisch notwendig hält. Aber auch ohne Verordnung können Mitglieder in der jeweiligen Gruppe weiterhin Sport betreiben, denn die langfristige, lebensbegleitende sportliche Aktivität und „Nachhaltigkeit“ zur Sicherung der Reha-Ziele, aber auch zur Sekundär-Prävention, d.h. zur weiteren Vorbeugung und zur Gesundheitsförderung ist das  übergeordnete Ziel.

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