Nach umfangreichen Planungen und intensiver Vorbereitung nahm am 1.8.1998 mit der Klinik für Fachübergreifende Frührehabilitation und Sportmedizin an unserem Hospital eine Einrichtung ihre Arbeit auf, die aus Mitteln des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert wurde.
Das Modell Eschweiler war das erste seiner Art in unserem Bundesland und das dritte in Deutschland.
Bis Mitte 2005 wurden besonders rehabilitationsbedürftige Patienten aller Fachbereiche (z.B. Chirurgie, Innere, Hämatologie/Onkologie, Urologie, Gynäkologie, deshalb also „fachübergreifend“) auf die eigene Bettenstation (22 Betten) übernommen und dort besonders intensiv weiterbetreut.
Seit Juni 2005 erfolgt die frührehabilitative Betreuung der Patienten nicht mehr gebündelt auf einer Station, sondern unmittelbar auf den Stationen der jeweiligen anderen Kliniken, auf denen jeweils einige Betten der Abteilung für Frührehabilitation gewidmet sind. Ziel dieser Verteilung ist es, die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Fachkliniken mit der Klinik für Fachübergreifende Frührehabilitation zu erleichtern und von Anfang an eine intensive Mitbetreuung der Patienten zu gewährleisten. So kann der Dialog mit den anderen Kliniken noch intensiver und früher geführt werden, so dass die individuellen Bedürftnisse des einzelnen Patienten noch besser berücksichtigt werden können. Dem Patienten bleibt die Verlegung innerhalb des Hauses erspart, er muss keinerlei Ummeldungen vornehmen, sondern kann bei dem ihm vertrauten Zimmernachbarn, den ihm vertrauten Pflegekräften und in der ihm vertrauten Stationsumgebung verbleiben. Stattdessen kommt das frührehabilitativ behandelnde Team zu ihm in die vertraute Umgebung.
Zahlen, Zahlen …
Seit August 1998 wurden in der Klinik für Fachübergreifende Frührehabilitation mehr als 4.800 Patienten (Stand 2009) stationär behandelt, davon etwa 60% Frauen und 40% Männer, unter 20-jährige ebenso wie betagte Menschen.
Unter den Erkrankungen und Verletzungen spielen Knochenbrüche an allen Skelettabschnitten, häufig Mehrfachverletzungen, mit nahezu 40 % Anteil eine besondere Rolle. Häufig liegen zusätzlich schwerwiegende Begleiterkrankungen vor, die den Patienten an einer raschen Mobilisierung hindern.
Mehr als 15 % unserer Patienten litten an Krankheiten des Zentralnervensystems, wie z.B. einem Schlaganfall. Darüber hinaus waren Patienten mit operativen Gefässeingriffen bis hin zur Amputation ebenso zu finden, wie mit bösartigen Neubildungen (Tumoren) nahezu aller Organe oder Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems.
Trotz oftmals schwerwiegender Leiden konnten beinahe 80% der Patienten nach Hause entlassen werden, z.T. in ambulante Rehabilitation – ein Beleg für die Effektivität der Rehabilitationsbehandlung dieser Klinik.
Weitere Patienten wurden in stationäre Rehaeinrichtungen verlegt. Relativ wenige mussten in ambulante Pflege entlassen werden.
Akademisches Lehrkrankenhaus der RWTH Aachen
Klinik für Fachübergreifende Frührehabilitation
Adresse:Dechant-Deckers-Str. 8
52249 Eschweiler
Telefon:02403 76-1701