Großübung 2013

Gemeinsame Übung
der Feuerwehr Eschweiler und des Traumazentrums


Mediziner und Rettungskräfte proben den Ernstfall

 

Anfang Juli 2013 wurde die zweite gemeinsame Übung des regionalen Traumzentrums am St.-Antonius-Hospital und der Feuer- und Rettungswache zur Rettung mehrfach- und möglicherweise schwerverletzter – sogenannter polytraumatisierter – Unfallopfer durchgeführt.

Das Eschweiler Traumazentrum gehört zum grenzüberschreitend arbeitenden TraumaNetzwerk®EURegioAachen, welches eines von 43 Netzwerken dieser Art in der deutschlandweiten Initiative TraumaNetzwerke®  der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie ist. Diese hat sich dem Ziel verschrieben, dass jeder der mehr als 35000 Schwerverletzten pro Jahr in Deutschland an jedem Ort, zu jeder Zeit rund um die Uhr die gleiche Überlebenschance haben soll.

Gemeinsame Übungen zu Großschadensereignissen gab und gibt es regelmäßig. Ganz anders war dies hingegen bei gemeinsamen Übungen zu häufigen Unfallszenarien mit einem oder mehreren Polytraumatisierten.  Besonders das Training zusammen mit beteiligten Klinik-Mitarbeitern hatte bislang absoluten Seltenheitswert. Doch schon kurz vor der Eschweiler Premiere erschien im neu überarbeiteten Weißbuch der Schwerverletztenversorgung die Empfehlung, diese häufigen Unfallszenarien von der Alarmierung bis zur Übergabe im Schockraum regelmäßig gemeinsam zu proben, um so bestmögliche und Versorgungsabläufe in jeder Situation zu gewährleisten. „Denn Lebensrettung hängt nicht nur von technischen und strukturellen Voraussetzungen sowie persönlichen Kompetenzen ab, sondern auch von Helfern, die sich in einer Fachsprache optimal im Einsatz verständigen können und die auch die Einsatzanforderungen der jeweils anderen Helfer verstehen – beispielsweise beim Einsatz von schwerem Gerät zur Bergung aus einem Fahrzeug“, betont Dr. Oliver Heiber, Chefarzt der Unfallchirurgie und orthopädische Chirurgie. Für das Traumazentrum hatte er gemeinsam mit Joachim Kexel, Facharzt für Allgemeinchirurgie und Unfallchirurgie, sowie dem Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Operative Intensivmedizin, Privatdozent Dr. Michael Dück, und dessen  Planungs-Sonderkomission aus Oberarzt Jochem Quickstedt, Dr. Theresa Kaminski sowie den weiteren anästhesiologischen Fachärzten und Notfallmedizinern Rolf Overs-Frerker und Judith Haake die mehrmonatigen Vorbereitungen gemeinsam mit der „Soko Gemeinsame Übung“ der Feuer- und Rettungswache koordiniert.

Zusammen mit den anderen Mitgliedern des Vorbereitungsteams aus der Feuer- und Rettungswache Eschweiler und des Traumazentrums freut er sich auch über die Anerkennung der Gemeinschaftsübung mit Fortbildungspunkten. Doch nicht nur in Fachkreisen zeigte sich reges Interesse, deshalb wurde diesmal ein separater Zuschauerbereich ausgewiesen. Ebenso erfolgte eine TV-Berichterstattung, so dass alle Interessierten Einblicke in diesen besonderen Übungstag erhalten konnten.

Nach kurzen Erläuterungen zu den wichtigsten Grundlagen und Verfahrensweisen begann der mit Spannung erwartete Übungsteil – komplett in Echtzeit und mit genauer Dokumentation aller Abläufe. Weil der echte Schockraum im St.-Antonius-Hospital rund um die Uhr für reelle Einsätze bereit stehen muss, wurde zum Übungstag wieder ein Teil der Feuerwehr-Fahrzeughalle als Schockraum umfunktioniert. Im Außenbereich warteten entsprechend präparierte Schrottfahrzeuge mit gut vorbereiteten Unfall-Darstellern.  Dabei stand ebenso eine Unfallsituation mit mehreren Unfallwagen und mehreren Verletzten an wie ein Szenario mit einer schwerverletzten Person bei einem Auffahrunfall mit ungesicherter Ladung sowie ein weiteres Fallbeispiel mit einem Unfallwagen, mindestens einer verletzten Person und der anfangs unklaren Lage, ob sich eventuell ein Säugling im Wagen befindet. „Drei ganz unterschiedliche, aber leider gar nicht seltene Situationen, die immer wieder passieren und bei denen trotz teilweise erschwerter Bedingungen für die Helfer auch immer die sogenannte "Golden Hour of Shock" zu beachten ist. Dazu gehört einerseits eine strukturierte Einschätzung innerhalb von 1-2 Minuten, ob der sich der Patient in einem kritischen Zustand befindet. Außerdem soll ein möglichst früher und schneller Transport angestrebt werden, bei dem eine achsengerechte Ruhigstellung gewährleistet wird“, betonte Brandamtsrat Axel Johnen.

 

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