Hubschrauber im Landeanflug St.-Antonius-Hospital

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Mit der im Juli 2010 erfolgten erfolgreichen Anerkennung als „Regionales Traumazentrum im TraumaNetzwerk® EURegio Aachen hat das Eschweiler St.-Antonius-Hospital ein wichtiges Signal für die regionale medizinische Versorgung Schwerverletzter gesetzt. Dabei haben sich die hierbei federführenden Fachabteilungen des Hospitals, die Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie sowie die Klinik für Anästhesie und Operative Intensivmedizin, einer interdisziplinären Herausforderung gestellt, die sämtliche strukturellen und medizinischen Kriterien nach den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie zum Regionalen Traumazentrum innerhalb des TraumaNetzwerks® EURegio Aachen erfüllen.
Die Zertifizierung erfolgte Ende 2011.

Etwa 35.000 Menschen verunglücken jährlich im Straßenverkehr, bei der Arbeit oder während der Freizeit und erleiden dabei lebensbedrohliche Mehrfachverletzungen, so genannte Polytraumata. Etwa 20.000 davon versterben noch am Unfallort.

Häufig entscheidet die erste Stunde nach dem Unglück, die so genannte „golden hour of shock“, über Leben und Tod. Die Zeitspanne vom Trauma bis zur Aufnahme in ein Krankenhaus beträgt durchschnittlich etwa 72 Minuten, ein Zeitraum in dem viele Polytrauma-Patienten ihren Verletzungen erliegen.

Woran liegt das?

Entweder liegt ein Krankenhaus zu weit entfernt vom Unfallort oder ist nicht genügend auf die Versorgung Schwerstverletzter vorbereitet, so dass der Rettungsdienst das übernächste Krankenhaus anfahren muss.

Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie hat deswegen schon vor Jahren die Schaffung von Trauma-Netzwerken angeregt. Mit Hilfe solcher Netzwerke soll eine schnelle und flächendeckende Versorgung von Schwerstverletzten auf höchstem Versorgungsstandard zu jeder Tages- und Nachtzeit sichergestellt werden. Diese Netzwerke befinden sich in Deutschland noch im Aufbau.

Nach dem Traumanetzwerk Düsseldorf wird jetzt auch ein Trauma-Netzwerk in der Region Stadt und Landkreis Aachen etabliert, indem das St.-Antonius-Hospital als regionales Trauma-Zentrum einen wesentlichen Beitrag leistet. Mit der jetzt erfolgten erfolgreichen Anerkennung als „Regionales Traumazentrum im TraumaNetzwerk® EURegio Aachen“ hat das Eschweiler St.-Antonius-Hospital ein wichtiges Signal für die regionale medizinische Versorgung Schwerstverletzter gesetzt. Dabei haben sich die hierbei federführenden Fachabteilungen des Hospitals, die Klinik für Unfallchirurgie und orthopädische Chirurgie sowie die Klinik für Anästhesie und Operative Intensivmedizin, einer interdisziplinären Herausforderung gestellt, die sämtliche strukturellen und medizinischen Kriterien nach den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie zum Regionalen Traumazentrum innerhalb des TraumaNetzwerks® EURegio Aachen erfüllen.

Gebündelte Fachkompetenzen – strenge Qualitätskriterien – 24-stündige Bereitschaft

Deshalb haben alle im TraumaNetzwerk® EURegio Aachen zusammengeschlossenen Kliniken in partnerschaftlicher Zusammenarbeit Kriterien festgelegt, wonach ein Patient in seinem Heimatkrankenhaus behandelt werden kann oder ob ein Transport in ein regionales oder überregionales Zentrum erforderlich ist. Neben modernster Ausstattung – etwa der schnellen digitalen Vermittlung von Röntgenaufnahmen – sowie der Gewährleistung eines festgelegten Facharztstandards verpflichten sich die beteiligten Kliniken aber auch zur gemeinsamen Erarbeitung standardisierter Behandlungskriterien und der Teilnahme an speziellen Fort- und Weiterbildungsprogrammen.

Weichen stellen für die beste Behandlung

„Mit ATLS, das international als Advanced Trauma Life Support bekannt ist, setzen wir auf ein weltweites Ausbildungskonzept, das ein prioritätenorientiertes Schockraum-Management von Traumapatienten lehrt. Dabei geht es darum, ebenso kurzfristig wie genau die Situation des Traumapatienten einzuschätzen, um hieraus nach festgelegten Kriterien schnell über die weitere Behandlung des Patienten zu entscheiden. Also entweder in einer Klinik der Basisversorgung, beispielsweise dem nächstgelegenen lokalen Traumazentrum - oder je nach Zustand des Patienten in ein regionales Traumazentrum wie dem St.-Antonius-Hospital oder sogar in ein überregionales Traumazentrum,“ erklärt Oberarzt Dr. med. Oliver Heiber und erläutert die speziellen Versorgungsstrukturen im St.-Antonius-Hospital: „Aufgrund seiner speziellen Versorgungsstruktur bot das St.-Antonius-Hospital ideale Voraussetzungen für ein Regionales Traumazentrum.

Neben dem hauseigenen Landeplatz für den Rettungshubschrauber und dem Schockraum im Operativen Notfallzentrum verfügt unser Haus nicht nur über modernste diagnostische Voraussetzungen, sondern auch über eine Interdisziplinäre Intensivstation mit dazugehörender kardiologischer Soforthilfe-Einheit, der Chest-Pain-Unit.

Zusätzlich gewährleisten wir konstant einen Facharztstand mit 8 Allgemeinchirurgen, 18 Fachärzten der Anästhesie und Intensivmedizin sowie 11 Unfallchirurgen. Dazu bei Bedarf weitere Fachärzte der Bereiche Urologie, Gefäßchirurgie, Gynäkologie sowie der Abteilung für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie.

Für die neurochirurgische Versorgung von Schwerverletzten besteht eine vertragliche Regelung mit dem Universitätsklinikum Aachen, welches als Haus der Maximalversorgung die Rolle des Überregionalen Traumazentrums im TraumaNetzwerk® EURegio Aachen übernimmt.“

Die teilnehmenden Kliniken im TraumaNetzwerk® EURegio Aachen verpflichten sich nicht nur zur Einhaltung der vorgeschriebenen Qualitätsstandards bei der Behandlung von Schwerstverletzten und Polytraumatisierten, sie haben mit der Arbeit ihres TraumaNetzwerks auch einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess angestoßen. Dazu gehören neben den bereits genannten Versorgungsstrukturen und Weiterbildungsmaßnahmen auch gemeinsame Fallbesprechungen, Qualitätszirkel sowie die freiwillige Verpflichtung zur Behandlungsdokumentation im bundesweiten Traumaregister. Außerdem die regelmäßige Überprüfung und Re-Auditierung durch externe Fachgutachter der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie.

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