Adipositas - Ursachen / Fragen / Risiken

Genetische Faktoren

Fettleibigkeit kommt verstärkt innerhalb von Familien vor, was auf eine genetische Ursache hindeutet. Familienmitglieder haben aber auch die selben Ernährungs- und Lebensgewohnheiten, die ebenfalls zu Fettleibigkeit beitragen können.
Diese Ursachen von den genetischen Faktoren zu trennen ist nicht einfach. Trotzdem machen nach wissenschaftlichen Untersuchungen genetische Faktoren ca. 80 % der Neigung eines Menschen zu Fettleibigkeit aus und können bei mehreren Störungen auch direkt Fettleibigkeit auslösen.
Leider wissen wir nicht, wie uns die Gene dick oder dünn machen. Manche Gene könnten auf die Teile des Gehirns wirken, die Appetit und Sättigungsgefühl steuern; andere wiederum könnten festlegen, wie der Körper die Kalorien speichert oder verbrennt.

Umweltfaktoren

Die Umwelt hat einen starken Einfluss auf Fettleibigkeit. Dazu gehört der persönliche Lebensstil, z.B. was man isst und wie viel körperliche Bewegung man hat. Die zunehmende Verbreitung von Übergewicht und Fettleibigkeit ist Ausdruck mehrerer in den letzten 20 bis 30 Jahren eingetretenen Änderungen unserer Gewohnheiten beim Essen, Sport treiben etc.
Man kann zwar seine genetische Beschaffung nicht ändern, wohl aber seine Essgewohnheiten und seinen Aktivitätsgrad.

Psychische Faktoren

Psychische Faktoren haben ebenfalls Einfluss auf die Essgewohnheiten. Viele Menschen essen als Reaktion auf negative Gefühle wie Langeweile, Traurigkeit oder Ärger. Und die Fettleibigkeit gilt häufig als Folge mangelnder Willenskraft, Schwäche oder eines selbstgewählten Lebensstils – der Entscheidung nämlich, zu viel zu essen und sich zu wenig zu bewegen. Fettleibigkeit als chronische Erkrankung anzusehen, trifft den Kern jedoch besser als die Theorie der selbstgewählten Lebensform.

Körperliche Störungen

Manche Erkrankungen können zu Fettleibigkeit bzw. einer Gewichtszunahme führen. Dazu zählen Schilddrüsenunterfunktion, Depressionen sowie verschiedene genetische und neurologische Probleme, die eine übertriebene Esslust hervorrufen können.
Auch Medikamente wie Kortison und einige Antidepressiva können zu einer Gewichtszunahme führen. Ein Arzt kann Ihnen sagen, ob es bei Ihnen medizinische Gründe gibt, die zu einer Gewichtszunahme führen oder das Abnehmen erschweren.

Gesundheitsrisiken

Fettleibigkeit ist mehr als nur ein kosmetisches Problem. Sie ist ein ernstes Gesundheitsrisiko.
Die Fettleibigkeit hängt nachweislich mit zahlreichen chronischen Begleiterkrankungen, wie Typ-II-Diabetes, Herzkrankheit, Bluthochdruck, einigen Krebsarten, Schlafapnoe sowie Rücken- und Gelenkschmerzen, zusammen.
Mit steigendem BMI (Body Mass Index) steigt auch das Risiko von Begleiterkrankungen.

Sterblichkeit (Mortalität)

Untersuchungen haben bewiesen, dass das Risiko, vorzeitig an verschiedensten Krankheiten zu sterben, mit steigendem BMI zunimmt. Bei Menschen, deren Gewicht 50 % über dem Durchschnitt liegt, ist das Risiko eines vorzeitigen Todes doppelt so hoch wie bei nicht fettleibigen Menschen.
Außerdem gilt: Je länger die Fettleibigkeit anhält, desto höher ist das Risiko eines vorzeitigen Todes.

Geringere Lebensqualität

Ein vorzeitiger Tod ist nicht die einzige mögliche Folge der Fettleibigkeit und krankhaften Fettleibigkeit. Die sozialen, psychischen und wirtschaftlichen Auswirkungen sind real und können besonders verheerend sein.
Fettleibigkeit wird mit einer geringeren Lebensqualität in Verbindung gebracht: Durch die Fettleibigkeit werden körperliche, psychische und soziale Funktionen beeinträchtigt. Viele fettleibige Menschen sehen sich Vorurteilen und Diskriminierung ausgesetzt.
Sie werden öfter als Normalgewichtige depressiv, defensiv und können ihr Leben nicht mehr in vollen Zügen genießen. Fettleibige Menschen müssen sich an tägliche Probleme gewöhnen, die von der Suche nach passender und gut aussehender Kleidung bis hin zu bequemen Reise- und Unterkunftsmöglichkeiten reichen.
Außerdem werden Alltagsaktivitäten immer anstrengender und beschwerlicher.
Fettleibige Menschen stehen einem sozialen Stigma gegenüber, wenn sie Arbeit suchen oder sich fortbilden möchten. Viele Menschen gehen davon aus, dass Fettleibige für die Arbeitsstelle schlechter qualifziert sind, eine schlechtere Arbeitseinstellung und Probleme im psychischen und zwischenmenschlichen Bereich haben.

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