Steintherapie

Harnsteine, eine Zivilisationskrankheit, die durch Bewegungsmangel, Übergewicht, nicht ausgewogene Ernährung und bestimmte Lebensweisen begünstigt wird.

Nie zuvor waren die technischen Möglichkeiten zur Harnsteintherapie besser als heute. Umso wichtiger sind der sinnvolle Einsatz der zur Verfügung stehenden Techniken und die korrekte Indikationsstellung.

Häufig bleiben Harnsteine ein Leben lang unentdeckt oder werden plötzlich im Rahmen einer Harnleiterkolik zum ersten Mal diagnostiziert. Bei der Harnsteinentstehung spielen in hohem Maße die Lebensgewohnheiten (Bewegungsmangel, einseitige Ernährung, Übergewicht)  eine entscheidende Rolle. Neben diesen gibt es aber auch noch andere Faktoren (anatomische Variationen, Stoffwechselstörungen, genetische Faktoren), welche die Harnsteinbildung begünstigen.
Es sind noch mehr Männer als Frauen betroffen, wobei sich das Gleichgewicht zuungunsten der Frauen verschiebt.
Die Harnsteinbildung entsteht aus dem mit Salzen übersättigten Urin. Hierbei kommt es zur Ausfällung von Salzen, die sich zu Kristallen zusammenschließen, und immense Größen erreichen können. Auch der nierengesunde Mensch bildet Kristalle. Diese passieren den Harnleiter meist spontan, ohne die äußerst schmerzhaften Koliken zu verursachen.

Die Therapie von symptomatischen Harnsteinen ist  vielfältig.

Daher ist eine sorgfältige Diagnostik zur Therapiefindung notwendig. Außerdem hängt der Erfolg einer Therapie immer entscheidend von den Fähigkeiten des Operateurs ab.
Zum Einsatz kommen heute die Harnsteinzertrümmerung mittels extrakorporaler Stoßwellentherapie (ESWL),  endoskopische Verfahren zur direkten Bergung des Harnsteines (Ureterorenoskopie,URS), (perkutane Nephrolitholapaxie, PCNL) sowie die offenen Steinentfernungen mittels Eröffnung des Harntraktes über einen Leibschnitt.

ESWL (Extrakorporale Stosswellenbehandlung)

Die ESWL ist ein schonendes Verfahren zur Zerkleinerung eines in der Niere liegenden Harnsteines. Dieses Verfahren ist wenig invasiv und kaum mit Nebenwirkungen behaftet. Allerdings ist eine Steinfreiheit direkt nach Therapieende nicht zu erwarten. Vielmehr werden bei diesem Verfahren nur die Steine in kleinere Fragmente zerlegt. Für den Steinabgang kann/muß der Patient selber sorgen (Trinkmenge erhöhen, Bewegung, Vibrationsapplikation).

Nach 2-3 Monaten weisen die meisten Patienten eine sehr hohe Steinfreiheitsrate auf.

URS (Ureterorenoskopie = Harnleiter- und Nierenbeckenspiegelung), starr und flexibel

Bei im Harnleiter befindlichen Steinen bietet sich die direkte Harnsteinentfernung mittels Ureterorenoskopie (Spiegelung des Harnleiters unter Zuhilfenahme von Laser, Körbchen, Zange...) an. Die URS ist ein sehr elegantes Verfahren zur Steinbergung. Allerdings ist es im Vergleich zur ESWL invasiver und hat auch ein höheres Komplikationsrisiko. Obwohl der Operateur bei der Spiegelung einen vorbestehenden Weg zum Stein nutzt, ist die Steinfreiheitsrate nicht 100%, da durch enge anatomische Verhältnisse eine primäre Steinentfernung manchmal unmöglich ist. Wie bei der ESWL kommt es auf die richtige Indikationsstellung an.


PCNL (Perkutane Nephrolitholapaxie)

Die PCNL ist ein Verfahren zur Entfernung eines großen (ab 1,5 cm) in der Niere liegenden Steins. Der Zugang zur Niere geschieht durch die Haut im Bereich der Flanke. Nach Ultraschallkontrolle wird die steintragende Niere punktiert, der Punktionskanal auf 1 cm aufgedehnt und ein Arbeitsschaft in die Niere eingelegt. Über diesen können verschiedenste Werkzeuge zur Steinzerlegung und parallelen Entfernung eingebracht werden.

Dieses Verfahren ist sehr invasiv und bedarf ebenfalls einer korreken Indikationsstellung.


Offene Steinsanierung

Die offene Steinsanierung ist eine sehr selten gewordene Therapieform. In den meisten Fällen durch endoskopische Verfahren ersetzt, hat sie dennoch bei bestimmten Konstellationen ihre Berechtigung. So zum Beispiel bei Nierensteinen, welche bedingt durch eine Nierenbeckenabgangsenge entstanden sind. Hier würde die alleinige Entfernung des Steins nicht zur Beseitigung der Ursache dienen. In einer operativen Sitzung behebt man in diesem Fall gleich die Ursache, also die Nierenbeckenabgangsenge.
 
 
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