Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU)

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Kongress-Nachlese 2011:

63. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. mit frischem Wind

Besucher aus aller Welt nahmen Kurs auf Hamburg: Und zwar in Rekordstärke. Über 7700 Teilnehmer aus 57 Ländern besuchten die 63. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) in der Hafenmetropole! So viele Besucher verzeichnete noch kein DGU-Kongress zuvor. Am 14. September nahm das Flaggschiff unter den nationalen europäischen Kongressen im Congress Center Hamburg (CCH) Fahrt auf und präsentierte sich mit umfänglichem Wissenschafts-Programm, zahlreichen Neuerungen und setzte gemäß seines Mottos berufspolitische Impulse. „Zukunft sichern: „Uroonkologie aus einer Hand“ – Talente fördern“ lautete die Devise, die DGU-Präsident Prof. Dr. med. Joachim Steffens während seiner Amtszeit allen Kolleginnen und Kollegen ans Herz gelegt hatte und im Verlauf des Kongresses mit Leben füllte. Schon die Beiträge im Eröffnungsplenum zeugten davon. Dort ging es um Voraussetzungen für die onkologische Tätigkeit und Kooperationsformen zwischen Klinik und Praxis. Der Präsident selbst rief die Mitglieder der urologischen Fachschaft dazu auf, sich weiterzubilden und zu vernetzen, um die Patienten auf Augenhöhe mit den Hämatologen versorgen zu können.

Medizin trifft Wirtschaft

Die öffentliche Ehrung der letztjährigen und der Eisenberger-Stipendiaten 2011 gab der Wertschätzung des Nachwuchses Ausdruck. Neuland bedeutete der Auftritt eines veritablen Wirtschaftsbosses auf einem DGU-Eröffnungsplenum in Person des stellvertretenden Porsche-Vorstandsvorsitzenden Thomas Edig. Wer sich im Publikum zunächst fragte, was die Automobilindustrie und die Urologie voneinander lernen könnten, erfuhr schnell, dass sich die Bereiche in ihrer Anforderung an Perfektionismus, in ihrer Komplexität, in der Notwendigkeit nach lebenslangem Lernen und der Ausbildung junger Leute, die das Unternehmen oder die Klinik vorantreiben, gleichen. Drei gemeinsame Zukunfts-Aufgaben seien demnach: eine adäquate Reaktion auf die demografische Entwicklung zu finden, eine hochwertige Ausbildung zu gewährleisten und einen zeitgemäßen Umgang mit einem Wertewandel voranzutreiben. Der Fachkräftemangel, das Aufkommen neuer Ausbildungen, neuer Berufsbilder und neuen Knowhows, die Forderung Beruf und Familie vereinen zu können und der technische Wandel erfordere in beiden Fällen eine Förderung flexibler Arbeitsteilung und eine  Rekrutierung junger Talente. Dieses Konzept beinhalte bei Porsche aktives Schülermarketing, umfassendes Hochschulmarketing, Nachwuchsförderung und Talentpflege, Führungskräfteentwicklung und Nachwuchsplanung.

Nachwuchs-Initiativen

Einige dieser Strategien wurden auf dem Hamburger Kongress bereits umgesetzt. Etwa mit dem Schülerprogramm „Werde Urologin/Urologe für einen Tag“, das am Donnerstagmorgen zum zweiten Mal in der DGU-Kongressgeschichte startete. Haupt-Initiator Dr. med. Dr. phil. Stefan Buntrock konnte an beiden Veranstaltungstagen insgesamt fast 200 Oberstufenschülerinnen  und -schüler aus überwiegend Hamburger Gymnasien begrüßen. Nicola von Ostau (GeSRU) absolvierte mit ihnen eine anschauliche, spannende und mit viel Witz präsentierte Facharztausbildung im Schnelldurchlauf und Dr. Dr. Buntrock führte die Schüler in die Praxis, samt Krankheitsdiagnose an einem Fallbeispiel. Dann hieß es auch schon: „Alle bitte in den OP!“. Dort warteten bereits die Patienten. Zum Beispiel diverse Paprika, die dringend von einem „Nierenstein“, sprich Gummibärchen befreit werden mussten – was dank des Einsatzes der engagierten Schüler und zahlreicher GeSRU-Helfer auch gelang. Am Ende gab es viele positive Stimmen. Anais Andrä vom Gymnasium Süderelbe etwa „hätte nicht gedacht, dass dieses Fach so interessant ist“. Das dürfte den DGU-Vorstand ebenso freuen wie die Tatsache, dass es in der Pressestelle bereits mehrere Anfragen von Urologen gegeben hat, die den Schülertag aufgreifen und im kleineren Umfang auf lokaler Ebene organisieren wollen.

Durchweg positiv war auch die Resonanz, die uns von der neu eingeführten, zweitägigen Juniorakademie erreichte. Erfahrene Urologinnen und Urologen informierten am Donnerstag über Zukunftsperspektiven, gaben Anregungen zu Aus- und Weiterbildung, der Karriereplanung sowie den Forschungsmöglichkeiten und kamen bei den rund 100 Teilnehmern, vor allem Studenten im praktischen Jahr und junge urologische Assistenzärztinnen und –ärzte, gut an. Dr. Cristina Frazzetta, Business- und Management-Coach aus Hamburg, thematisierte neben der fachlichen und methodischen Kompetenz auch die soziale Kompetenz. Am Freitag war dann das Berufsbild des Urologen – visuell durch den neuen DGU-Imagefilm unterstützt - Hauptthema der Vorträge. Dabei wurden neben dem Arbeitsplatz Krankenhaus auch mögliche Tätigkeiten in der Lehre oder Chefarztaufgaben beschrieben, die Entscheidung für eine Praxisniederlassung oder Kliniktätigkeit betrachtet und die Notwendigkeit einer gesunden Balance zwischen Beruf und Familie betont. Besonders positiv reagierten die jungen Leute, übrigens fast ebenso viele Frauen wie Männer, auf die ungewohnt lockere und offene Vortragsweise der Führungskräfte.

Noch mehr Neues

Neue Familienfreundlichkeit im Arztberuf hielt mit der ersten professionellen Kinderbetreuung auf einem DGU-Kongress schon in der Hansestadt Einzug. Die Hamburger Agentur „Kidsevent“ betreute an allen Kongresstagen Kinder bis sechs Jahre. Die Mitarbeiterinnen kümmerten sich in dem großzügigen Kinderparadies hingebungsvoll um die Kleinsten und waren am Donnerstag mit Beginn der Hauptveranstaltungen schlagartig stark gefragt. Sie berichteten uns auch von vielen interessierten Eltern, die sich die Räumlichkeiten anschauten und, begeistert von dieser Gelegenheit, Familie und berufliche Verpflichtungen vereinen zu können, im nächsten Jahr ihre Kinder auf den Kongress mitbringen würden.

Auch die „urologische Stellenbörse“ am DGU-Stand im Foyer zur Industrieausstellung hatte in der Hansestadt Premiere. Sie bot Medizinern und Pflegkräften einen nützlichen Service, um sich über das aktuelle Arbeitsplatzangebot zu informieren. Am Stand selber konnten circa 30 aktuelle Stellenangebote und -gesuche online aufgerufen und bei Interesse auch sofort in Printform mitgenommen werden und neue Anzeigen noch an Ort und Stelle in das Forum auf dem Urologenportal eingetragen werden. Nach wie vor ist die virtuelle „Stellenbörse“ natürlich unter www.urologenportal.de jederzeit nutzbar und bietet Platz für Ihr Gesuch oder Ihr Angebot.

Kein freies Plätzchen gab es hingegen auf der DGU-Eröffnungs-Pressekonferenz. Von den vorgestellten Themen stießen erwartungsgemäß die Präsentation der geplanten PREFERE-Studie und die Forschungsprojekte zur männlichen Fertilität auf das größte öffentlich Interesse. Sie wurden als dpa-Meldung verbreitet und konnten sich entsprechend stark in den Medien platzieren. In der lokalen Nummer eins, dem „Hamburger Abendblatt“, verzeichneten wir zwei große Veröffentlichungen. Unter anderem zum Patientenforum, das in diesem Jahr das Harnblasenkarzinom thematisierte und, auch dank der Unterstützung der regionalen und bundesweiten Selbsthilfeorganisationen, rund 130 Besucher anzog. Nahezu eine ganze „Urologen-Seite“ in der BILD ließ keinen Zweifel daran, dass die Spezialisten für Blase, Niere und Co. in großer Zahl in Hamburg weilten – für den Inhalt brauchte man, wie so oft bei der Tageszeitung mit den vier Versalien, etwas Humor.

Deshalb zurück zur Pressekonferenz und den Kollegen aus Kultur und Feuilleton, die DGU-Archivar Prof. Dr. Dirk med. Schultheiss nach der Buchpräsentation von „Urologen im Nationalsozialismus“ interessiert in die Historische Ausstellung folgten. Dort drehte sich in Hamburg natürlich alles um den, dank einer großen Kraftanstrengung pünktlich zum Kongress fertig gestellten, medizinhistorischen Meilenstein in zwei Bänden, dessen englische Übersetzung die DGU bereits plant.

Im Pressegespräch am Kongress-Freitag erhielten die zahlreich anwesenden Journalisten auf ihre kritischen Fragen offene Antworten von DGU-Präsident Prof. Dr. Steffens.

Stattliche Zahlen verzeichnete auch der Pflegekongress, der sich längst als feste Größe im Programm der DGU-Jahrestagung etabliert hat und in diesem Jahr circa 1300 Teilnehmer anzog. Im Mittelpunkt der vier Veranstaltungsblöcke im Congress Center Hamburg standen neue Erkenntnisse auf dem Gebiet der Therapie und Pflege des Blasenkarzinoms, die Endourologie, das Prostatakarzinom und die Infektiologie.

Stark präsentierte sich in der Hansestadt gleichfalls die Industrieausstellung, die mit 175 Firmen auf 4500 Quadratmetern im optisch verjüngten CCH auftrat, wo Interplan den Veranstaltungsablauf wie immer fest im Griff hatte und den Präsidenten und sein Team, ganz nach propagierter Firmendevise “lächeln ließ“.

Organisatorische Unterstützung für die Kongressteilnehmer bot ein weiteres Hamburger Novum: Die DGU-Kongress-App für Smartphones, die neben einer individuellen Terminplanung, die bei Änderungen automatisch aktualisiert wurde, viele weitere Informationen zu Fachgebieten, Referenten, Ausstellern, Veranstaltungen, Umgebung oder öffentlichem Nahverkehr beinhaltete. Bereits am zweiten Kongresstag konnten über 1300 Downloads verzeichnet werden, und wer will, kann die drei großen Plenarsitzungen heute nachträglich über sein Smartphone im Videostream verfolgen.

Personalien

Wer live dabei war, konnte zum Beispiel in Plenum I die Verleihung der höchsten Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V., der Maximilian Nitze-Medaille für besondere Verdienste für das Fach Urologie, an Prof. Dr. med. Joachim Thüroff aus Mainz miterleben. Priv.-Doz. Dr. med. Jens Bedke aus Tübingen erhielt am Kongress-Freitag mit dem Maximilian Nitze-Preis die höchste wissenschaftliche Auszeichnung der DGU.

Weitere Personalien gab es auf der DGU-Mitgliederversammlung: Sie wählte den bisherigen Leiter des Vorstandsressorts „Wissenschaft und Praxis“, Prof. Dr. med. Jan Fichtner aus Oberhausen, zum 2. Vize-Präsidenten. Prof. Dr. med. Jan Roigas aus Berlin wurde neu in den DGU-Vorstand gewählt und übernimmt das Ressort „Wissenschaft und Praxis“.

Neuer DGU-Schatzmeister ist Priv.-Doz. Dr. med. Jan Lehmann aus Kiel, der ebenfalls zum ersten Mal in den Vorstand berufen wurde. Amtsvorgänger Prof. Dr. med. Helmut Haas stand nach siebenjähriger Amtszeit nicht wieder zur Wahl und schied aus dem DGU-Vorstand aus.

DGU-Pressesprecherin und Schriftführerin Prof. Dr. med. Sabine Kliesch aus Münster und der Leiter des DGU-Ressorts „Leitlinien und Qualitätssicherung“ Prof. Dr. med. Jürgen Gschwend aus München wurden in ihren Ämtern bestätigt.

Traditionen

Und natürlich gab es auf der 63. Jahrestagung der DGU auch ein Rahmenprogramm, das vor allem beim Get-together am Kongress-Mittwoch im „Internationalen Maritimen Museum“ spüren ließ, dass man sich an der Waterkant befand. Beim Festabend in einer ehemaligen Zäpfchenfabrik gab es dann für die tanzfreudigen Fans der URO-Band mit Professor Dr. Jens Rassweiler und Kollegen zur Freude der Organisatoren kein Halten mehr.

Zur traditionellen Amtsübergabe im Schlussforum am Samstag wurde es dann wieder offiziell: Prof. Dr. med. Joachim Steffes übergab das Amt des DGU-Präsidenten für die Amtsperiode 2011/2012 turnusgemäß an den bisherigen DGU-Vize-Präsidenten, Prof. Dr. med. Dr. h.c. Stefan C. Müller, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie, Universitätsklinikum Bonn.

Damit rückt Prof. Dr. med. Michael Stöckle, Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie, Universitätsklinikum des Saarlandes zum 1. Vize-Präsidenten der medizinischen Fachgesellschaft auf.

Mit der Amtsübergabe ging die „MS DGU-Kongress“ am 17. September 2011 zunächst wieder vor Anker. Ein neuer Kurs liegt bereits an: Das Ziel heißt Leipzig, und der amtierende DGU-Präsident Prof. Dr. med. Dr. h.c. Stefan C. Müller lädt herzlich zur 64. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. vom 26. bis 29. September 2012 in die Stadt der stillen Revolution ein.

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