St.-Antonius-Hospital und „Bethlehem“ starten einzigartige Qualitätsoffensive

Mit „RegioNetzwerk für die Frau“ stärken die nur 7 km voneinander entfernten Krankenhäuser ihre Kompetenzen. Eschweiler konzentriert sich künftig auf die Gynäkologie und Stolberg auf die Geburtshilfe.

Eine Qualitätsoffensive, die bislang in der Region einzigartig ist, starten das St.-Antonius-Hospital Eschweiler und das Bethlehem Gesundheitszentrum Stolberg. Gemeinsam bringen beide Häuser das RegioNetzwerk für die Frau mit Gynäkologie in Eschweiler und Geburtshilfe in Stolberg auf den Weg.

Ab dem 1. Oktober 2016 werden alle operativen-gynäkologischen Fälle, sofern diese nicht im direkten Zusammenhang mit einer Geburt stehen, im RegioNetzwerk für die Frau am Standort Eschweiler behandelt. Nur sieben Kilometer entfernt steht im Zentrum am Standort Stolberg die Geburtshilfe im Fokus. „Dies ist keine Fusion zweier Krankenhäuser, sondern eine medizinische Kooperation, bei der die Patientinnen im Mittelpunkt stehen“, betont Dirk Offermann, Geschäftsführer des Bethlehem Gesundheitszentrums. Basis der Kooperation ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, mit der das St.-Antonius-Hospital und das „Bethlehem“ ein neues Kapitel aufschlagen. Eine so enge und wegweisende Zusammenarbeit der beiden Krankenhäuser ist bislang einzigartig in der Region. Um dieser Partnerschaft Ausdruck zu verleihen, wurde der Slogan „Gemeinsam stark für Sie!“ gewählt.


Bündelung der Kompetenzen

„Wir bündeln unsere Kompetenzen und stärken so einander. Davon profitiert die Patientin, unabhängig davon, ob sie in Stolberg behandelt wird oder in Eschweiler“, sagt Elmar Wagenbach, Geschäftsführender Vorstand des St.-Antonius-Hospitals. Das Eschweiler Krankenhaus ist mit den Fachkliniken für Hämatologie und Onkologie sowie Urologie interdisziplinär bestens aufgestellt und prädestiniert, gynäkologische Eingriffe auf sehr hohem Niveau durchzuführen. Auch bei der Behandlung von Brustkrebs zählt das Eschweiler Krankenhaus zu den führenden Häusern, denn dort ist das von der Deutschen Krebsgesellschaft und vom Land NRW zertifizierte Euregio-Brust-Zentrum samt Plastischer Chirurgie ansässig. Ebenfalls steht ein versiertes Ärzteteam bei Kontinenz- und Beckenbodenproblemen zur Verfügung. Das Expertenteam des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums besteht aus Ärzten der Urologie, Gynäkologie und Chirurgie (Proktologie).

Das Bethlehem Gesundheitszentrum hingegen ist vor allem für seine Geburtshilfe und Kinderklinik bekannt. Mit 1336 Neugeborenen im vergangenen Jahr ist es sogar das geburtenstärkste Krankenhaus der gesamten Region. Die Geburtshilfe arbeitet eng mit der ebenfalls in Stolberg ansässigen Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, die über eine eigene Kinder-Intensivstation verfügt, zusammen. Im Perinatalzentrum der Kinder-Intensivstation werden Frühgeborene optimal versorgt, und so wird das „Bethlehem“ insbesondere bei einer Risikoschwangerschaft empfohlen. Aber auch dann, wenn keine Komplikationen zu erwarten sind, entscheiden sich die meisten Eltern für das Stolberger Krankenhaus, weil es sie beruhigt zu wissen, dass bei eventuell auftretenden Problemen sofort Kinderärzte zur Stelle sind.

Das Thema „Qualität“ ist Dreh- und Angelpunkt des standortübergreifenden Konzeptes. Elmar Wagenbach bringt es auf den Punkt: „Es ist wie mit allem im Leben – je öfter man etwas macht, desto mehr Erfahrung hat man. Das wirkt sich nun mal positiv auf die Qualität aus. Wir haben in Eschweiler rund 600 Geburten pro Jahr, Stolberg hat mehr als doppelt so viele.“

Umgekehrt trifft das auch für die Gynäkologie des Bethlehem Gesundheitszentrums zu, stellt Dirk Offermann vom Stolberger Krankenhaus klar. „Wie in Eschweiler sind auch in Stolberg hervorragend ausgebildete Fachärzte tätig, aber unsere Fallzahlen in der Gynäkologie sind geringer. Die Gynäkologen im Eschweiler Krankenhaus haben im Vergleich einfach eine größere praktische Erfahrung.“

Eine Frage der Verantwortung

Viele Krankenhäuser scheuen sich davor, das offen auszusprechen, „aber wir haben eine Verantwortung unseren Patientinnen gegenüber, und mit dem RegioNetzwerk für die Frau werden wir dieser Verantwortung gerecht“, sagt die Eschweiler Chefärztin Dr. Gabriele Küpper.

Das sieht auch Dr. Uwe Heindrichs, Chefarzt in Stolberg, so: „Ein gesunder Wettbewerb ist das eine, aber einzig und allein relevant ist doch, was das Beste für die Patientin ist. Mit der Bildung des kooperativen Netzwerkes bündeln und stärken wir auf sinnvolle Weise unsere Kompetenzen.“ Um den Qualitätsanspruch auch an junge Ärzte weiterzugeben, wird im RegioNetzwerk für die Frau künftig gemeinsam und standortübergreifend ausgebildet.

Auf den Vorschlag, die Geburtshilfe und Gynäkologie standortübergreifend zu bündeln, hat auch die Bezirksregierung Köln äußerst positiv reagiert. Dazu Dirk Offermann: „Wir haben das Konzept mit der Bezirksregierung Köln voll und ganz abgestimmt.“ Ein Antrag zur Genehmigung wurde am 26. April 2016 eingereicht.

Auch die AOK Rheinland/Hamburg als größte gesetzliche Krankenkasse in NRW unterstützt die Kooperation: „Für die Qualität einer Therapie spielt die Erfahrung der behandelnden Ärzte eine wichtige Rolle. Eine sinnvolle Arbeitsteilung der Kliniken unterstützt dieses Bemühen um eine möglichst hohe Güte der Operationen und Eingriffe“, findet AOK-Regionaldirektor Waldemar Radtke. „Daher begrüßt die AOK Rheinland/Hamburg die Bildung von Zentren für spezialisierte Behandlungen, wenn sie eine Steigerung der angebotenen Qualität zum Ziel haben“, resümiert der Regionaldirektor.

„Mit den Füßen hat der Patient eh schon abgestimmt. Dies hat die Auswertung der Patientenströme deutlich gezeigt“, erklärt Dirk Offermann. Das kann Elmar Wagenbach vom  St.-Antonius-Hospital  nur bestätigen: „Die Bevölkerung hat die Leistungsschwerpunkte und damit die Vorteile, die beide Häuser für sich jeweils haben, erkannt. Mit dem RegioNetzwerk für die Frau geben wir sowohl der wohnortnahen Versorgung als auch der Behandlung mit bestmöglicher Qualität ein solides und zukunftsfähiges Gerüst.“ Betrachtet man die Fakten, ist die Gründung des gemeinsamen Netzwerkes die logische Konsequenz.

 

siehe auch: www.regio-netzwerk.com

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