Moderne OP-Verfahren bei Prostatakrebs auf dem Prüfstand

Aktuelle Studie belegt: Ein Roboter operiert nicht besser - Erfahrenheit des Operateurs ist entscheidend

St.-Antonius-Hospital Eschweiler setzt auf ein starkes Team und die Nachwuchsförderung

Seit Jahren wird die roboterunterstützte Operation zur Entfernung des Prostatakrebses als Vorteil gegenüber dem herkömmlichen offen-operativen Eingriff favorisiert. Bisher fehlten wissenschaftliche Daten, die die Überlegenheit der Roboter-Operation darstellten. Das größte europäische Prostatakrebszentrum, die Martini-Klinik in Hamburg, stellt jetzt erstmals vergleichende 5-Jahres-Daten zur Harninkontinenz nach radikaler Prostatektomie mittels Standard- und roboterunterstützter Technik vor. Die Daten zeigen keinen Überlegenheitsvorteil beim robotischen Verfahren. Entscheidend  ist  die Erfahrenheit des Operateurs, der den Tumoreingriff  vornimmt. Dabei ist es nach Aussagen von Professor Dr. Huland, Chefarzt der Martini-Klinik in Hamburg,  gleichgültig, welcher Technik sich der Urologe bedient. Der Roboter ist nur so gut, wie der Operateur, der ihn bedient.

„Auch wenn wir heute weniger schnell als früher zum Skalpell greifen, so ist oftmals eine Operation unumgänglich, um den Krebs aufzuhalten.  Durch die Hamburger Studie fühlen wir uns nun in unserer Entscheidung bestätigt, auf diese zwar innovative, aber teure und kostentreibende Roboter-Technik verzichtet zu haben und unseren Fokus auf unser Team zu richten – mit hoher fachlichen Kompetenz, aber immer ganz nah am Menschen“,   so der Leiter des ProstataKarzinomZentrums, Professor Dr. Joachim Steffens.   Die neuesten Daten aus Hamburg unterstützen den eingeschlagenen Weg der Urologischen Klinik des St.-Antonius-Hospitals, die Prostatakrebspatienten durch ein erfahrenes OP-Team zu behandeln und dabei gleich gute Harnkontinenz und Lebensqualität wie beim Robotereingriff zu gewährleisten.

Nachwuchsförderung  - als Grundlage für ein starkes Team

 „Eine qualifizierte Ausbildung des urologischen Nachwuchses heute ist das Fundament der Urologie von morgen“,  wirbt der Chefarzt der Urologischen Abteilung für den Einsatz zur Nachwuchsförderung. Das Konzept einer strukturierten Weiterbildung für angehende Urologen erfolgt seit vier Jahren unter dem Dach der Juniorakademie der Deutschen Gesellschaft für Urologie. Als ehemaliger Präsident dieser Fachgesellschaft in 2010/2011 gründete Professor Steffens gemeinsam mit Kollegen diese Sektion, um dem ärztlichen Nachwuchsmangel zu begegnen. Als stellvertretender Vorsitzender der Juniorakademie führt er bundesweit strukturierte Weiterbildungsmaßnahmen mit Live-Operationsdemonstrationen durch.

Bundeswehr lässt im St.-Antonius-Hospital ausbilden

Die positiven Bewertungen durch ein externes Kontrollgremium veranlassten jetzt die Bundeswehr, erstmals eine Offizierin für ein Jahr in der Urologischen Klinik Eschweiler ausbilden zu lassen.  Kristin Zimmermann aus Geilenkirchen verbringt vom 1. Oktober 2015 bis zum 30. September 2016 ein Jahr ihrer Weiterbildungszeit in der Klinik von Herrn Professor Dr. Steffens. „Dies ist eine Auszeichnung für das St.-Antonius-Hospital, da das breite Leistungsspektrum der Abteilung und die strukturierte Ausbildung zur Fachärztin für Urologie unter der Leitung von qualifizierten Mentoren honoriert wird“, freut sich der Klinikchef über die neue Kooperation.

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