Eschweiler Ärzte lassen sich Schnorres wachsen

Sieben Urologen vom St.-Antonius-Hospital machen mit bei der weltweiten "Movember"-Aktion für Männergesundheit.

In den 80ern war er mächtig in Mode. TV-Held Magnum hatte ihn und beinahe jeder zweite Nationalspieler. Die Rede ist vom Schnurrbart, dem Schnorres oder Pornobalken. Damals ein Hit, heute ziemlich out, trotz aller Versuche, ihn wieder salonfähig zu machen.
Doch einmal im Jahr erlebt der Schnäuzer ein Revival der besonderen Art. Grund dafür ist die Aktion „Movember“ – eine Wortkombination aus November und Moustache (Schnurrbart).

Dahinter verbirgt sich eine aus Australien stammende, karitative Initiative, die in Deutschland gemeinsam mit dem „Förderverein Hilfe bei Prostatakrebs“ umgesetzt wird. Unter dem Slogan „Grow a Mo, save a Bro“ (Lass dir einen Bart wachsen, rette einem Kumpel das Leben) werden Männer dazu ermutigt, sich zuerst einmal die Gesichtsbehaarung zu entfernen um sich dann einen Schnurrbart für die Spendenkampagne wachsen zu lassen. Die dadurch geschaffene Aufmerksamkeit soll ihnen dabei helfen, Geld für die Prostata- und Hodenkrebsforschung zu sammeln. Geld, das dringend gebraucht wird. Denn Männer sind Vorsorgemuffel und sterben auch deshalb durchschnittlich fünf Jahre früher als Frauen.

Unter den vielen tausend Unterstützern der Aktion – darunter auch viele Prominente – reihen sich in diesem Jahr auch insgesamt sieben Ärzte der Klinik für Urologie und Kinderurologie am St.-Antonius-Hospital. Schon nach wenigen Tagen sind sie von der Aktion überzeugt: „Natürlich werde ich von Freunden auf den ungewohnten Bartwuchs angesprochen“, sagt Oberarzt Dr. Oliver Deserno. „Dann kann ich mit ihnen über das Thema Vorsorge reden. Für manche ist es das erste Mal, dass sie sich mit dem Thema auseinander setzen. Deshalb ist die Kampagne für mich schon jetzt ein Erfolg.“

Unterstützt werden die Ärzte von ihrem Chef und Leiter des ProstataKarzinomZentrums, Prof. Dr. Joachim Steffens. „Bei Hoden- und bei Prostatakrebs ist Vorsorge besonders wichtig“, sagt er. „Gerade Hodenkrebs betrifft junge Männer zwischen 20 und 35 Jahren, die sich wenig mit ihrer eigenen Gesundheit beschäftigen. Dabei sollten Symptome wie Verhärtungen oder unklare Schwellungen an den Hoden möglichst rasch abgeklärt werden.“ Auch beim häufigsten Männerkrebs, dem Prostatakarzinom, greife die Früherkennung mittlerweile gut. „Aber es reicht nicht, irgendwann einmal einen PSA-Wert zu bestimmen. Regelmäßige Vorsorge ist entscheidend.“

Noch bis Ende des Monats wollen die Ärzte weitermachen und kräftig die Werbetrommel für Männergesundheit rühren. Danach wird den meisten Schnauzern wieder der Garaus gemacht. Bis zum nächsten Movember.

 

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